O-Töne/Statements
Bill Purcell

Von Bill Purcell
Ich freue mich sehr, diese Woche wieder in Magdeburg zu verweilen – eine Stadt, die mit ihrer Partnerstadt Nashville soviel gemeinsam hat.
Ziehen Sie einfach in Betracht: Sowohl Magdeburg als auch Nashville sind Hauptstädte; beide liegen an Flüssen; beide sind Uni-Städte. Und, als Gespräche bezüglich der Bildung einer Städtepartnerschaft in den 1990ern begannen, befanden sich beide Städte im Prozess der Veränderung – Magdeburg war dabei, 40 Jahre kommunistischer Herrschaft abzuschütteln und Nashville, ihren Ruf als eine verschlafene Südstaatenstadt loszuwerden.
Nach Jahre währenden Gesprächen und Austauschen machten Nashville und Magdeburg es offiziell: Im May 2003 leitete Oberbürgermeister Lutz Trümper eine Magdeburger Delegation nach Nashville, um die Städtepartnerschaftsvereinbarung zu unterzeichnen. Vier Monate später reisten meine Tochter Jesse und ich mit einer Delegation aus Nashville nach Magdeburg, um unserer neue Verbündete kennen zu lernen. Dieser erste Besuch war bestimmend für eine Freundschaft, die beide Städte bereicherte. Die Magdeburger nahmen unsere Delegation herzlich auf. Bei diesem Besuch wurde ich daran erinnert, dass Menschen gemeinsame Erfahrungen teilen, auch wenn sie nicht dieselbe Sprache teilen. Unsere Städtepartnerschaft ist so erfolgreich gewesen, dass wir Politiker die Lorbeeren dafür liebend gern ernteten. Die Anerkennung gebührt jedoch den Bürgern aus beiden Städten. Aus Nashville reisten der jetzige Präsident von Sister Cities of Nashville, Doug Berry, und der ehemalige Stadtrat Bob Bogen in den 1990er häufig nach Magdeburg und plädierten energisch für ein Bündnis zwischen unserer Städten. Wie gesegnet wir alle sind, dass sie und ihre Kollegen in Magdeburg erfolgreich waren.
Seitdem sie Partnerstädte wurden, taten Nashville und Magdeburg das, was alle lieben Freunde tun – wir feierten das Leben der Anderen. Im Jahr 2005 war eine Delegation aus Nashville stolz darauf, Ihre Stadt zu besuchen, um das 1200-jähriges Jubiläum Magdeburgs zu feiern. Im letzten Jahr hatte Magdeburg im Gegenzug die Möglichkeit, das 200-jährige Jubiläum Nashvilles mitzufeiern. Das Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum schenkte Nashville einen Eichenbaum, den wir in einem Viertel namens Germantown, in einem Stadtpark, der nun Magdeburg Greenway heißt, pflanzten.
Mit einer erstaunlichen Neuheit im September 2005 präsentierten das Theater Magdeburg und das Tennessee Repertory Theatre die simultane Premiere von “das treffen – the other side”. Die Hauptrollen der Inszenierung besetzten Schauspieler und Zuschauer sowohl aus Magdeburg als auch Nashville, die Geschichten aus dem wahren Leben teilten – die Art Geschichten, die uns daran erinnern, dass wir alle soviel gemeinsam haben.
Die vom Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrum gesponserte Webseite www.magdeburg-nashville.com ermöglicht es Bürgern aus Nashville und Magdeburg, mehr übereinander zu erfahren, auch wenn sie nicht reisen können. Dennoch, die Fortsetzung der häufigen Besuche zwischen unseren Städten ist die beste Art und Weise zu gewährleisten, dass unsere besondere Freundschaft gedeiht.
Nashville veranstaltete eine Magdeburger Kulturwoche; die Magdeburger Stadtbibliothek veranstaltete einen Nashville-Tag; ein Mädchenchor aus Nashville hatte einen Auftritt in Magdeburg; das Magdeburger Puppetheater hatte einen Auftritt in Nashville. Wir haben Schüler ausgetauscht; wir haben voneinander gelernt; wir haben uns gegenseitig angespornt.
Nächsten Monat scheide ich aus meinem Amt aus, bezweifle aber nicht, dass sich die künftigen Bürgermeister und Bürger Nashvilles in allen kommenden Jahren genauso sehr wie ich freuen werden, Magdeburg und seine Bewohner ins Herz zu schließen sowie dafür von ihnen ins Herz geschlossen zu werden.
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