Sister Cities News
Magdeburger bei UN in New York
Magdeburger Studenten werden ab dem 22. März an einer Simulation der Vereinten Nationen in New York teilnehmen. Durch Auswahltests waren seit Juni 2004 dafür 18 Studenten aus etwa 70 Bewerbern ausgewählt worden. Sie werden von sechs studentischen Tutoren betreut, die bereits an Simulationen in vergangenen Jahren beteiligt waren, teilte die Projektgruppe “National Model United Nations” (NMUN) an der Universität Magdeburg mit.
Die Magdeburger werden in diesem Jahr die Ansichten des afrikanischen Staates Sambia vertreten sowie die Internationale Förderation des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes als nichtstaatliche Organisation. Sie werden als deren Delegierte in den originalen Komitees sitzen und die Verhandlungen zu ausgewählten Themen nachspielen.
In diesem Jahr werden rund 3300 Studenten aus aller Welt zu dem Simulationsprojekt in New York erwartet.
Im Anschluß werden die Studenten von New York direkt nach Nashville/TN fliegen.
Dort erwartet sie bis zum zweiten April ein abwechslungsreiches und interessantes Programm, zusammengestellt von Joel Dark und der Organisation “Sister Cities of Nashville”.
Von Johnny Cash und Muliwurst
Die Magdeburger MadMUN-Delegation war Ende März 2005 zu Gast in der Partnerstadt Nashville
Schon als wir aus dem Flugzeug stiegen wurde uns klar, dass wir dem Winter New Yorks tatsächlich entflohen waren. Denn trotz mitternächtlicher Ankunft in Nashville begrüßte uns eine laue Tennessee-Brise von 20 Grad. Am Flugsteig erhielten wir einen ersten Eindruck, wie wichtig das beschauliche Magdeburg als Partnerstadt für die Amerikaner sein muss, zog doch ein überdimensionales Gemälde von Schülern beider Städte automatisch die Aufmerksamkeit jedes Passanten auf sich. Das Begrüßungskomitee, angeführt von Organisator und Gastgeber Joel Dark, empfing uns trotz der nächtlichen Stunde und der großen Verspätung sehr herzlich.
Unsere Unterkunft befand sich in unmittelbarer Nähe zur Vanderbilt University, die auch Anlaufpunkt für die ersten Termine des umfangreichen Wochenprogramms war. Vanderbilt, eine der drei Universitäten Nashvilles (gemeinsam 30.000 Studenten), beeindruckt durch seinen grünen, gepflegten Campus und die Weitläufigkeit des Universitätsgeländes. Hier trafen wir uns mit der lokalen Model-United-Nations-Gruppe zu einer Diskussion über die Reform der Vereinten Nationen und zum anschließenden Lunch. Am Abend waren wir zur Jahressitzung der United Nations Association (UNA) Chapter Nashville eingeladen. Neben einer Rede zur deutschen UNO-Historie von Professor Dr. Wesel war besonders der Kontakt zu den Mitgliedern der UNA spannend und bot Stoff für angeregte Diskussionen.
Den Gegensatz zur elitären und wohlhabenden Vanderbilt bildet die Tennessee State University am anderen Ende der Stadt, welche wir tags darauf besuchten. Die Uni mit ihren 7000 überwiegend afroamerikanischen Studenten präsentierte sich sehr offen und freundlich. Nach einer Campustour und der Teilnahme an verschiedenen politikwissenschaftlichen Kursen erwartete uns der Präsident der Universität zum Lunch. Besonders beeindruckend war die Pausengestaltung auf dem Hof – Mensaparty in der Mittagspause.
Termine und Diskussionen im “Peace and Justice Center” sowie ein weiterer Besuch bei Vanderbilt folgten. Doch neben dem offiziellen Tagesprogramm war auch für umfangreiches abendliches Entertainment gesorgt. Im Zentrum der “Music City USA” – dem Nabel der Country-Welt – finden sich etliche Straßenzüge gespickt mit Bars und Kneipen. Life-Musik in jeder Bar und ein, zwei Budweiser lassen die Erinnerung an den Hasselbachplatz schnell verblassen. Und selbstverständlich ist das ein oder andere Glas “Jack”, der schließlich nicht weit von Nashville gebrannt wird, hier Pflicht. Den Höhepunkt unseres sechstägigen Tennessee-Abenteuers bildete schließlich der Abstecher zum “Mule-Day” ins benachbarte Columbia, wo uns die Bürgermeisterin persönlich empfing und wir mit VIP-Status im Festzelt begrüßt wurden. Nun tut sich der Mitteleuropäer in der Regel ein wenig schwer, andere Kulturen zu verstehen oder akzeptieren, doch nahm unsere Gruppe die Herausforderung mutig an und schon bald amüsierten wir mit unseren “Line-Dance”-Versuchen die etablierte Country-Gemeinde (wobei die Aussicht darauf, Columbia wohl sobald nicht mehr wieder zu sehen, die Hemmschwelle sicher deutlich sinken ließ). Nachdem die Band uns zu Ehren dann auch noch den “German Duck Dance” (Ententanz) ins Repertoire aufgenommen hatte, wurden wir mit stehenden Ovationen und herzlichem Händeschütteln verabschiedet, ohne jedoch wirklich ein Muli gesehen geschweige denn angefasst zu haben…
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Veröffentlicht:
22. März 2005
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