Sister Cities News
8th Report by Lea Grupe
Ganz liebe Grüße aus dem heißen Nashville!
Die Sonne brennt, alle Pools sind offen und es gibt Massen an Eiskrem.
Meine Reisezeit nimmt nun auch ein Ende und ich weiß, dass der Abschied nahe rückt.
Anfang Mai war ich auf einem 10tägigen Roadtrip durch den wilden Westen. Ein Großteil der Strecke verlief entlang der berühmten „Route 66“. Ich hatte noch nie zuvor Wüste gesehen und fand diese weite Leere sehr faszinierend. Gestartet sind wir, meine Gastoma June Mann und ich, in Albuquerque, New Mexico. Von dort aus machten wir einen Abstecher zum nördlich gelegenen Santa Fe, der Hauptstadt des Staates. Es ist Pflicht die Häuser dort im alt-traditionellen Pueblo-Stil zu errichten, d.h. die Straßen sind vorwiegend mit rötlichen Lehmhäuser mit Flachdächern gesäumt. Es sah wunderschön aus und ich hatte zeitweise das Gefühl in eine ländliche Stadt in Mexico versetzt worden zu sein. Santa Fee ist auch sehr berühmt für seine Kunstgalerien und da es so viele Künstler dorthin zieht gibt es auch um so gut wie jeder Ecke etwas Neues zu entdecken, dass in Vorgärten und auf öffentlichen Plätzen steht, liegt oder hängt.
Unser nächstes Ziel hieß Williams, Arizona. Von dort aus fuhren wir mit einem Zug der „Grand Canyon Railway Bahngesellschaft“ zum Grand Canyon Village am südlichen Rand (South Rim) des Nationalparks. Der Grand Canyon war atemberaubend, auch wenn ich sagen muss, dass mir unsere nächsten Ziele noch besser gefallen haben. Wahrscheinlich einfach weil diese nicht so ein Touristenumschlagplatz waren. Der Trip führte uns weiter zum Monument Valley und dann nach Utah hinein in Richtung Bluff und Mexican Hat. Der Mexican Hat war ein Steingebilde, das tatsächlich aussah wie ein großer Sombrero auf einem Pfahl. Für diese Richtung entschieden wir uns sehr spontan auf unserer Reise und warfen kurzerhand unsere Pläne um, es bis zurück nach Colorado Springs im Nord-Osten zu machen. Anstelle dessen folgten wir weiter den geschlungenen Wegen durch diese Stein-/Wüstenlandschaft. Das Monument Valley war einzigartig. Überall ragten seltsame Steinformationen auf, die eine tiefe spirituelle Bedeutung für die Hopi-Indianer dort hatten. Unser Führer zeigte uns die abgesperrte Gegend, die nur mit einem Angehörigen seines Stammes betreten werden darf und ich bekam „Pictographs“, in Stein gemeißelte Bilder, zu Gesicht. Da waren Schafe und Hirsche und Kokopelli, eine Sagenfigur verschiedener Indianerstämme der ich noch oft begegnete, zu erkennen, aber auch seltsame Zeichen und Kreise, die sehr mystisch wirkten. Von Utah aus fuhren wir (über eine Schleife in Arizona) nach Colorado. Ich war an einem Tag in 4 Staaten, denn die Straße schlängelte sich kontinuierlich über die Grenzen. Dort, wo sich alle vier Staaten (New Mexico, Arizona, Utah, Colorado) in einem Punkt treffen, war eine Steinplatte eingelassen und ich konnte mich direkt darauf stellen und nach belieben aussuchen, welchem Staat (und welchen Gesetzen, die oft voneinander abweichen) ich gerade unterstellt sein wollte. Unser letzter größerer Halt war in Durango. Von dort aus machten wir einen Tagesausflug nach Mesa Verde (der „grüne Tisch“) und bestaunten die in Felsvorhänge gemauerten Häuserbauten einer lang vergangenen Kultur der Indianer. Angehörige des „Pueblo-Stammes“ heiligen diese Stätten noch immer. Insgesamt gibt es vier Indianer-Stämme durch deren Gebiet wir gefahren sind und deren Namen und Schicksale bei mir hängen geblieben sind: Die Pueblos, die Navajos, die Hopis und die Appachen. Ich bin mir sicher, dass zeitweise andere Stämme in genau derselben Gegend wohnten, da die meisten Indianer immer mal umzogen auch wenn sie sich niederließen, sei es aufgrund von Dürren oder Kämpfen. Ich habe sehr viel von und über diese Kultur gelernt in den 10 Tagen.
In Durango bin ich u. a. auch ausgeritten. Von einer Ranch aus ging es im Western Style weit hoch auf einen Bergrücken von welchem man auf beiden Seiten ins Tal blicken konnte. Colorado ist sehr grün, keine Spur ist mehr von der Wüste zu finden. Der Staat wird auch „die amerikanische Schweiz“ genannt und ich finde diesen Namen absolut treffend.
Ich traf viele Einheimische in Durango und fühlte mich schon bald nicht mehr einfach nur auf der Durchreise, sondern kannte die Stadt recht gut. Wir beendeten unseren Kreis wieder in Albuquerque und während meine Gast- Oma nach Memphis zurückkehrte, ging es für mich zurück nach Nashville, für ein paar Tage.
Die zweite Hälfte des Mai verbrachten Jonas und ich dann in San Francisco, California. An den Wind und die Mikroklimate musste man sich erstmal gewöhnen. Besonders nach der Hitze der Wüste war das eine große Umstellung für mich. Wir kamen an und alles war vernebelt, selbst in der Innenstadt, dabei heißt es doch „das sonnige Kalifornien“! Die Sonne sollte dann aber auch sehr bald kommen. Wir trafen viele junge Leute von allen möglichen Ländern und Kontinenten in unserem Hostel, sowie ein paar Einheimische, die uns Insiderwissen zuteil werden ließen und so besichtigten wir eine natürlich entstandene Höhle, halb gefüllt mit Wasser vom Pazifik. So einen Ort hätte man als einfacher Tourist nicht finden können. Außerdem verbrachten wir in einer großen Gruppe einen wunderschönen Abend mit Feuer am Strand.
Wir aßen viel Fischkost, bestaunten die Seelöwen, die sich keine 5-10 Meter von uns sonnten, fuhren mit der Fähre nach Alcatraz, dem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis, dass Al Capone beherbergte, besichtigten dass „Museum of Modern Art“ und das Viertel „Castro“ mit seiner ganzen schillernden Streetart und Menschenvielfalt. Hier leben die Hippies, für die die Stadt so bekannt ist, sowie viele Homosexuelle. Die Toleranz und Offenheit der Stadt war ein angenehmer Unterschied zu den Südstaaten, wie wir sie kennen, und doch oftmals sehr konservativ vertreten sind. Ich lieh mir für einen Tag ein Fahrrad und fuhr damit über die Golden Gate Bridge, sowie zum Golden Gate Park, welcher keineswegs nah bei liegt. Ich landete außerdem in dem kleinen Fischerdorf Sausolito und nachdem ich für ein paar Minuten die Kräfte mit dem Berg gemessen habe, welcher mich zurück gebracht hätte zur Brücke, entschied ich mich kurzerhand für die Fähre. Eine Weise Entscheidung, wenn man bedenkt, dass ich auf dem Heimweg versuchte kreuzwärtsein zum Hostel zu kommen. Bei Japantown gab ich auf und schob den Rest. Die Hügel in San Francisco sind nicht zu Unterschätzen!
Zurück in Tennessee warteten PTM und sein Summer Programm auf mich. Der Tagesablauf ist etwas anders als er während des Schuljahres war und gefällt mir persönlich besser. Wir bekommen Helfer für jeweils eine Woche. Diese sind in der Regel auf einem Mission Trip von ihrer Kirche aus und werden am ersten Tag eingewiesen. Da sie nicht nur einen Tag in der Woche anwesend sind, sondern bleiben, können sie sich einfacher auf die Kinder einlassen und ihre Namen lernen. Freitags wird somit immer zu einem traurigen Abschied von neu gewonnenen Freunden, aber ich denke das Prinzip funktioniert ganz gut. Für mich war die größte Umgewöhnung, dass wir viele neue Kinder haben, die mit unserem Ablauf und unseren Regeln erst vertraut gemacht werden müssen. Das Namenlernen schien weitaus problemloser zu laufen, als letzten August.
Meine Gastfamilie, die Allens, nahmen mich dann noch eine Woche mit in den Familienurlaub nach Amelia Island, Florida. Ein sehr schöner letzter Urlaubseindruck mit dem warmen Atlantik und der unglaublichen Jungel-/Sumpflandschaft so dicht beieinander! Gleich nach unserer Rückkehr stand das Ice Cream Cranking des Martha O’Bryan Centers an. Ein Glück für mich war, dass es vorgezogen wurde und nicht wie sonst Anfang August geplant war. Sonst hätte ich es genau verpasst, wie letzten Sommer als ich erst kurz danach in Nashville eintraf. Ich hatte noch nie zuvor Schinken- oder Knoblaucheis probiert und muss sagen, ich bleibe lieber bei traditionellen Vanille- und Schokoladenvarianten. Ich habe noch nie so viel Eis auf einmal gesehen!
Auf einmal war es schon soweit und Jonas Abreise stand unmittelbar bevor. Sein Gehen hat meine Abschiedsphase in diesem Jahr eingeläutet. Ich bleibe noch bis Ende Juli, bis das Sommerprogramm bei Preston Taylor Ministries vorüber ist. Zurück nach Deutschland zu gehen stimmt mich derzeit größtenteils traurig, allerdings genieße ich noch immer jede Minute und es gibt einige Dinge, und besonders Menschen, auf die ich mich sehr freue.
Der nächste Bericht wird also wahrscheinlich auch mein Letzter werden und ich bin gespannt was sich bis dahin noch ereignet!
Ganz liebe Grüße!
Media Center
Ganz liebe Grüße aus dem heißen Nashville!
Die Sonne brennt, alle Pools sind offen und es gibt Massen an Eiskrem.
Meine Reisezeit nimmt nun auch ein Ende und ich weiß, dass der Abschied nahe rückt.
Anfang Mai war ich auf einem 10tägigen Roadtrip durch den wilden Westen. Ein Großteil der Strecke verlief entlang der berühmten „Route 66“. Ich hatte noch nie zuvor Wüste gesehen und fand diese weite Leere sehr faszinierend. Gestartet sind wir, meine Gastoma June Mann und ich, in Albuquerque, New Mexico. Von dort aus machten wir einen Abstecher zum nördlich gelegenen Santa Fe, der Hauptstadt des Staates. Es ist Pflicht die Häuser dort im alt-traditionellen Pueblo-Stil zu errichten, d.h. die Straßen sind vorwiegend mit rötlichen Lehmhäuser mit Flachdächern gesäumt. Es sah wunderschön aus und ich hatte zeitweise das Gefühl in eine ländliche Stadt in Mexico versetzt worden zu sein. Santa Fee ist auch sehr berühmt für seine Kunstgalerien und da es so viele Künstler dorthin zieht gibt es auch um so gut wie jeder Ecke etwas Neues zu entdecken, dass in Vorgärten und auf öffentlichen Plätzen steht, liegt oder hängt.
Unser nächstes Ziel hieß Williams, Arizona. Von dort aus fuhren wir mit einem Zug der „Grand Canyon Railway Bahngesellschaft“ zum Grand Canyon Village am südlichen Rand (South Rim) des Nationalparks. Der Grand Canyon war atemberaubend, auch wenn ich sagen muss, dass mir unsere nächsten Ziele noch besser gefallen haben. Wahrscheinlich einfach weil diese nicht so ein Touristenumschlagplatz waren. Der Trip führte uns weiter zum Monument Valley und dann nach Utah hinein in Richtung Bluff und Mexican Hat. Der Mexican Hat war ein Steingebilde, das tatsächlich aussah wie ein großer Sombrero auf einem Pfahl. Für diese Richtung entschieden wir uns sehr spontan auf unserer Reise und warfen kurzerhand unsere Pläne um, es bis zurück nach Colorado Springs im Nord-Osten zu machen. Anstelle dessen folgten wir weiter den geschlungenen Wegen durch diese Stein-/Wüstenlandschaft. Das Monument Valley war einzigartig. Überall ragten seltsame Steinformationen auf, die eine tiefe spirituelle Bedeutung für die Hopi-Indianer dort hatten. Unser Führer zeigte uns die abgesperrte Gegend, die nur mit einem Angehörigen seines Stammes betreten werden darf und ich bekam „Pictographs“, in Stein gemeißelte Bilder, zu Gesicht. Da waren Schafe und Hirsche und Kokopelli, eine Sagenfigur verschiedener Indianerstämme der ich noch oft begegnete, zu erkennen, aber auch seltsame Zeichen und Kreise, die sehr mystisch wirkten. Von Utah aus fuhren wir (über eine Schleife in Arizona) nach Colorado. Ich war an einem Tag in 4 Staaten, denn die Straße schlängelte sich kontinuierlich über die Grenzen. Dort, wo sich alle vier Staaten (New Mexico, Arizona, Utah, Colorado) in einem Punkt treffen, war eine Steinplatte eingelassen und ich konnte mich direkt darauf stellen und nach belieben aussuchen, welchem Staat (und welchen Gesetzen, die oft voneinander abweichen) ich gerade unterstellt sein wollte. Unser letzter größerer Halt war in Durango. Von dort aus machten wir einen Tagesausflug nach Mesa Verde (der „grüne Tisch“) und bestaunten die in Felsvorhänge gemauerten Häuserbauten einer lang vergangenen Kultur der Indianer. Angehörige des „Pueblo-Stammes“ heiligen diese Stätten noch immer. Insgesamt gibt es vier Indianer-Stämme durch deren Gebiet wir gefahren sind und deren Namen und Schicksale bei mir hängen geblieben sind: Die Pueblos, die Navajos, die Hopis und die Appachen. Ich bin mir sicher, dass zeitweise andere Stämme in genau derselben Gegend wohnten, da die meisten Indianer immer mal umzogen auch wenn sie sich niederließen, sei es aufgrund von Dürren oder Kämpfen. Ich habe sehr viel von und über diese Kultur gelernt in den 10 Tagen.
In Durango bin ich u. a. auch ausgeritten. Von einer Ranch aus ging es im Western Style weit hoch auf einen Bergrücken von welchem man auf beiden Seiten ins Tal blicken konnte. Colorado ist sehr grün, keine Spur ist mehr von der Wüste zu finden. Der Staat wird auch „die amerikanische Schweiz“ genannt und ich finde diesen Namen absolut treffend.
Ich traf viele Einheimische in Durango und fühlte mich schon bald nicht mehr einfach nur auf der Durchreise, sondern kannte die Stadt recht gut. Wir beendeten unseren Kreis wieder in Albuquerque und während meine Gast- Oma nach Memphis zurückkehrte, ging es für mich zurück nach Nashville, für ein paar Tage.
Die zweite Hälfte des Mai verbrachten Jonas und ich dann in San Francisco, California. An den Wind und die Mikroklimate musste man sich erstmal gewöhnen. Besonders nach der Hitze der Wüste war das eine große Umstellung für mich. Wir kamen an und alles war vernebelt, selbst in der Innenstadt, dabei heißt es doch „das sonnige Kalifornien“! Die Sonne sollte dann aber auch sehr bald kommen. Wir trafen viele junge Leute von allen möglichen Ländern und Kontinenten in unserem Hostel, sowie ein paar Einheimische, die uns Insiderwissen zuteil werden ließen und so besichtigten wir eine natürlich entstandene Höhle, halb gefüllt mit Wasser vom Pazifik. So einen Ort hätte man als einfacher Tourist nicht finden können. Außerdem verbrachten wir in einer großen Gruppe einen wunderschönen Abend mit Feuer am Strand.
Wir aßen viel Fischkost, bestaunten die Seelöwen, die sich keine 5-10 Meter von uns sonnten, fuhren mit der Fähre nach Alcatraz, dem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis, dass Al Capone beherbergte, besichtigten dass „Museum of Modern Art“ und das Viertel „Castro“ mit seiner ganzen schillernden Streetart und Menschenvielfalt. Hier leben die Hippies, für die die Stadt so bekannt ist, sowie viele Homosexuelle. Die Toleranz und Offenheit der Stadt war ein angenehmer Unterschied zu den Südstaaten, wie wir sie kennen, und doch oftmals sehr konservativ vertreten sind. Ich lieh mir für einen Tag ein Fahrrad und fuhr damit über die Golden Gate Bridge, sowie zum Golden Gate Park, welcher keineswegs nah bei liegt. Ich landete außerdem in dem kleinen Fischerdorf Sausolito und nachdem ich für ein paar Minuten die Kräfte mit dem Berg gemessen habe, welcher mich zurück gebracht hätte zur Brücke, entschied ich mich kurzerhand für die Fähre. Eine Weise Entscheidung, wenn man bedenkt, dass ich auf dem Heimweg versuchte kreuzwärtsein zum Hostel zu kommen. Bei Japantown gab ich auf und schob den Rest. Die Hügel in San Francisco sind nicht zu Unterschätzen!
Zurück in Tennessee warteten PTM und sein Summer Programm auf mich. Der Tagesablauf ist etwas anders als er während des Schuljahres war und gefällt mir persönlich besser. Wir bekommen Helfer für jeweils eine Woche. Diese sind in der Regel auf einem Mission Trip von ihrer Kirche aus und werden am ersten Tag eingewiesen. Da sie nicht nur einen Tag in der Woche anwesend sind, sondern bleiben, können sie sich einfacher auf die Kinder einlassen und ihre Namen lernen. Freitags wird somit immer zu einem traurigen Abschied von neu gewonnenen Freunden, aber ich denke das Prinzip funktioniert ganz gut. Für mich war die größte Umgewöhnung, dass wir viele neue Kinder haben, die mit unserem Ablauf und unseren Regeln erst vertraut gemacht werden müssen. Das Namenlernen schien weitaus problemloser zu laufen, als letzten August.
Meine Gastfamilie, die Allens, nahmen mich dann noch eine Woche mit in den Familienurlaub nach Amelia Island, Florida. Ein sehr schöner letzter Urlaubseindruck mit dem warmen Atlantik und der unglaublichen Jungel-/Sumpflandschaft so dicht beieinander! Gleich nach unserer Rückkehr stand das Ice Cream Cranking des Martha O’Bryan Centers an. Ein Glück für mich war, dass es vorgezogen wurde und nicht wie sonst Anfang August geplant war. Sonst hätte ich es genau verpasst, wie letzten Sommer als ich erst kurz danach in Nashville eintraf. Ich hatte noch nie zuvor Schinken- oder Knoblaucheis probiert und muss sagen, ich bleibe lieber bei traditionellen Vanille- und Schokoladenvarianten. Ich habe noch nie so viel Eis auf einmal gesehen!
Auf einmal war es schon soweit und Jonas Abreise stand unmittelbar bevor. Sein Gehen hat meine Abschiedsphase in diesem Jahr eingeläutet. Ich bleibe noch bis Ende Juli, bis das Sommerprogramm bei Preston Taylor Ministries vorüber ist. Zurück nach Deutschland zu gehen stimmt mich derzeit größtenteils traurig, allerdings genieße ich noch immer jede Minute und es gibt einige Dinge, und besonders Menschen, auf die ich mich sehr freue.
Der nächste Bericht wird also wahrscheinlich auch mein Letzter werden und ich bin gespannt was sich bis dahin noch ereignet!
Ganz liebe Grüße!
Media Center
Ganz liebe Grüße aus dem heißen Nashville!
Die Sonne brennt, alle Pools sind offen und es gibt Massen an Eiskrem.
Meine Reisezeit nimmt nun auch ein Ende und ich weiß, dass der Abschied nahe rückt.
Anfang Mai war ich auf einem 10tägigen Roadtrip durch den wilden Westen. Ein Großteil der Strecke verlief entlang der berühmten „Route 66“. Ich hatte noch nie zuvor Wüste gesehen und fand diese weite Leere sehr faszinierend. Gestartet sind wir, meine Gastoma June Mann und ich, in Albuquerque, New Mexico. Von dort aus machten wir einen Abstecher zum nördlich gelegenen Santa Fe, der Hauptstadt des Staates. Es ist Pflicht die Häuser dort im alt-traditionellen Pueblo-Stil zu errichten, d.h. die Straßen sind vorwiegend mit rötlichen Lehmhäuser mit Flachdächern gesäumt. Es sah wunderschön aus und ich hatte zeitweise das Gefühl in eine ländliche Stadt in Mexico versetzt worden zu sein. Santa Fee ist auch sehr berühmt für seine Kunstgalerien und da es so viele Künstler dorthin zieht gibt es auch um so gut wie jeder Ecke etwas Neues zu entdecken, dass in Vorgärten und auf öffentlichen Plätzen steht, liegt oder hängt.
Unser nächstes Ziel hieß Williams, Arizona. Von dort aus fuhren wir mit einem Zug der „Grand Canyon Railway Bahngesellschaft“ zum Grand Canyon Village am südlichen Rand (South Rim) des Nationalparks. Der Grand Canyon war atemberaubend, auch wenn ich sagen muss, dass mir unsere nächsten Ziele noch besser gefallen haben. Wahrscheinlich einfach weil diese nicht so ein Touristenumschlagplatz waren. Der Trip führte uns weiter zum Monument Valley und dann nach Utah hinein in Richtung Bluff und Mexican Hat. Der Mexican Hat war ein Steingebilde, das tatsächlich aussah wie ein großer Sombrero auf einem Pfahl. Für diese Richtung entschieden wir uns sehr spontan auf unserer Reise und warfen kurzerhand unsere Pläne um, es bis zurück nach Colorado Springs im Nord-Osten zu machen. Anstelle dessen folgten wir weiter den geschlungenen Wegen durch diese Stein-/Wüstenlandschaft. Das Monument Valley war einzigartig. Überall ragten seltsame Steinformationen auf, die eine tiefe spirituelle Bedeutung für die Hopi-Indianer dort hatten. Unser Führer zeigte uns die abgesperrte Gegend, die nur mit einem Angehörigen seines Stammes betreten werden darf und ich bekam „Pictographs“, in Stein gemeißelte Bilder, zu Gesicht. Da waren Schafe und Hirsche und Kokopelli, eine Sagenfigur verschiedener Indianerstämme der ich noch oft begegnete, zu erkennen, aber auch seltsame Zeichen und Kreise, die sehr mystisch wirkten. Von Utah aus fuhren wir (über eine Schleife in Arizona) nach Colorado. Ich war an einem Tag in 4 Staaten, denn die Straße schlängelte sich kontinuierlich über die Grenzen. Dort, wo sich alle vier Staaten (New Mexico, Arizona, Utah, Colorado) in einem Punkt treffen, war eine Steinplatte eingelassen und ich konnte mich direkt darauf stellen und nach belieben aussuchen, welchem Staat (und welchen Gesetzen, die oft voneinander abweichen) ich gerade unterstellt sein wollte. Unser letzter größerer Halt war in Durango. Von dort aus machten wir einen Tagesausflug nach Mesa Verde (der „grüne Tisch“) und bestaunten die in Felsvorhänge gemauerten Häuserbauten einer lang vergangenen Kultur der Indianer. Angehörige des „Pueblo-Stammes“ heiligen diese Stätten noch immer. Insgesamt gibt es vier Indianer-Stämme durch deren Gebiet wir gefahren sind und deren Namen und Schicksale bei mir hängen geblieben sind: Die Pueblos, die Navajos, die Hopis und die Appachen. Ich bin mir sicher, dass zeitweise andere Stämme in genau derselben Gegend wohnten, da die meisten Indianer immer mal umzogen auch wenn sie sich niederließen, sei es aufgrund von Dürren oder Kämpfen. Ich habe sehr viel von und über diese Kultur gelernt in den 10 Tagen.
In Durango bin ich u. a. auch ausgeritten. Von einer Ranch aus ging es im Western Style weit hoch auf einen Bergrücken von welchem man auf beiden Seiten ins Tal blicken konnte. Colorado ist sehr grün, keine Spur ist mehr von der Wüste zu finden. Der Staat wird auch „die amerikanische Schweiz“ genannt und ich finde diesen Namen absolut treffend.
Ich traf viele Einheimische in Durango und fühlte mich schon bald nicht mehr einfach nur auf der Durchreise, sondern kannte die Stadt recht gut. Wir beendeten unseren Kreis wieder in Albuquerque und während meine Gast- Oma nach Memphis zurückkehrte, ging es für mich zurück nach Nashville, für ein paar Tage.
Die zweite Hälfte des Mai verbrachten Jonas und ich dann in San Francisco, California. An den Wind und die Mikroklimate musste man sich erstmal gewöhnen. Besonders nach der Hitze der Wüste war das eine große Umstellung für mich. Wir kamen an und alles war vernebelt, selbst in der Innenstadt, dabei heißt es doch „das sonnige Kalifornien“! Die Sonne sollte dann aber auch sehr bald kommen. Wir trafen viele junge Leute von allen möglichen Ländern und Kontinenten in unserem Hostel, sowie ein paar Einheimische, die uns Insiderwissen zuteil werden ließen und so besichtigten wir eine natürlich entstandene Höhle, halb gefüllt mit Wasser vom Pazifik. So einen Ort hätte man als einfacher Tourist nicht finden können. Außerdem verbrachten wir in einer großen Gruppe einen wunderschönen Abend mit Feuer am Strand.
Wir aßen viel Fischkost, bestaunten die Seelöwen, die sich keine 5-10 Meter von uns sonnten, fuhren mit der Fähre nach Alcatraz, dem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis, dass Al Capone beherbergte, besichtigten dass „Museum of Modern Art“ und das Viertel „Castro“ mit seiner ganzen schillernden Streetart und Menschenvielfalt. Hier leben die Hippies, für die die Stadt so bekannt ist, sowie viele Homosexuelle. Die Toleranz und Offenheit der Stadt war ein angenehmer Unterschied zu den Südstaaten, wie wir sie kennen, und doch oftmals sehr konservativ vertreten sind. Ich lieh mir für einen Tag ein Fahrrad und fuhr damit über die Golden Gate Bridge, sowie zum Golden Gate Park, welcher keineswegs nah bei liegt. Ich landete außerdem in dem kleinen Fischerdorf Sausolito und nachdem ich für ein paar Minuten die Kräfte mit dem Berg gemessen habe, welcher mich zurück gebracht hätte zur Brücke, entschied ich mich kurzerhand für die Fähre. Eine Weise Entscheidung, wenn man bedenkt, dass ich auf dem Heimweg versuchte kreuzwärtsein zum Hostel zu kommen. Bei Japantown gab ich auf und schob den Rest. Die Hügel in San Francisco sind nicht zu Unterschätzen!
Zurück in Tennessee warteten PTM und sein Summer Programm auf mich. Der Tagesablauf ist etwas anders als er während des Schuljahres war und gefällt mir persönlich besser. Wir bekommen Helfer für jeweils eine Woche. Diese sind in der Regel auf einem Mission Trip von ihrer Kirche aus und werden am ersten Tag eingewiesen. Da sie nicht nur einen Tag in der Woche anwesend sind, sondern bleiben, können sie sich einfacher auf die Kinder einlassen und ihre Namen lernen. Freitags wird somit immer zu einem traurigen Abschied von neu gewonnenen Freunden, aber ich denke das Prinzip funktioniert ganz gut. Für mich war die größte Umgewöhnung, dass wir viele neue Kinder haben, die mit unserem Ablauf und unseren Regeln erst vertraut gemacht werden müssen. Das Namenlernen schien weitaus problemloser zu laufen, als letzten August.
Meine Gastfamilie, die Allens, nahmen mich dann noch eine Woche mit in den Familienurlaub nach Amelia Island, Florida. Ein sehr schöner letzter Urlaubseindruck mit dem warmen Atlantik und der unglaublichen Jungel-/Sumpflandschaft so dicht beieinander! Gleich nach unserer Rückkehr stand das Ice Cream Cranking des Martha O’Bryan Centers an. Ein Glück für mich war, dass es vorgezogen wurde und nicht wie sonst Anfang August geplant war. Sonst hätte ich es genau verpasst, wie letzten Sommer als ich erst kurz danach in Nashville eintraf. Ich hatte noch nie zuvor Schinken- oder Knoblaucheis probiert und muss sagen, ich bleibe lieber bei traditionellen Vanille- und Schokoladenvarianten. Ich habe noch nie so viel Eis auf einmal gesehen!
Auf einmal war es schon soweit und Jonas Abreise stand unmittelbar bevor. Sein Gehen hat meine Abschiedsphase in diesem Jahr eingeläutet. Ich bleibe noch bis Ende Juli, bis das Sommerprogramm bei Preston Taylor Ministries vorüber ist. Zurück nach Deutschland zu gehen stimmt mich derzeit größtenteils traurig, allerdings genieße ich noch immer jede Minute und es gibt einige Dinge, und besonders Menschen, auf die ich mich sehr freue.
Der nächste Bericht wird also wahrscheinlich auch mein Letzter werden und ich bin gespannt was sich bis dahin noch ereignet!
Ganz liebe Grüße!
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Published:
June 24, 2009
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