Sister Cities News
8th Report by Jonas Tonn
Ich schicke mal wieder einen virtuellen Brief an meine Heimatstadt, bevor meine Familie in ein paar Stunden Nashville eintrifft.
Es ist März und dem Wetter nach zu urteilen könnte es auch April sein.
Von Regen, Hagel, Schnee, Minusgraden über Sonnenschein und Hitze hatten wir in den letzten Tagen wirklich alles dabei. Selbst eine Tornadowarnung gab es vor ein paar Wochen und ich musste die Kinder im Martha O’Bryan Center in den Gang führen als es testweise einen Tornadoalarm gab.
Da die Lehrerin der “Middle School” letzte Woche krank war, musste ich als Lehrer für die Klasse einspringen. Auf der einen Seite sah ich es als Vertrauensbeweis der Direktorin, auf der anderen Seite wurde mir schnell klar, dass es eine stressige Woche werden sollte. Ich war dennoch erstaunt wie selbstverständlich mich die Kids als Autoritätsperson anerkannten, was meiner Meinung nach das tolle Verhältnis zwischen mir und den Schülern bestätigt. Die Arbeit im Martha O’Bryan Center ist trotz allem Stress ein Erlebnis auf das ich mich jeden Morgen freue.
Auch die Arbeit im Medical Center ist immer noch sehr aufregend und lehrreich.
Es ist immer wieder beeindruckend wie international US-amerikanische Krankenhäuser sind. So habe ich in der letzen Woche an einer Insulin-Studie teilnehmen dürfen, die von einem Professor aus Peru und einen Doktor aus dem Libanon geleitet wurden.
Mein Arbeitsalltag dort gleicht übrigens keinenfalls dem eines Praktikanten, wie ích es aus deutschen Krankenhäusern kenne. Ich musste bisher noch keine Kopien machen und die Kaffeemaschine hat mich auch noch nicht gesehen. Ich arbeite zur Zeit an einem eigenen Projekt, wobei ich ein Gerät, das für eine Studie gebraucht rekonstruiere und dies auch regelmäßig in von mir selbst vorbereiteten Studien mit Professor Diedrich austeste.
Die letzten Wochen vergingen wieder gewohnt rasant. Vor drei Wochen bekamen Lea und ich Besuch von zwei ehemaligen Klassenkameradinnen, die ein Au-Pair Jahr in den USA verbringen. Es war schon ziemlich einzigartig ganz fernab von Zuhause gemeinsame Eindrücke und Erfahrungen von unserem amerikanischen Auslandsjahr auszutauschen und sich bewusst zu machen wie lange doch die gemeinsame Schulzeit schon vorbei ist. Nebenbei konnten Lea und Ich unsere Ambitionen als Stadtführer für Nashville unter Beweis stellen.
Letztes Wochenende unternahmen mein deutscher Kollege Tim und Ich einen spontanen Ausflug in die Südstaatenmetropole Atlanta. Die Stadt wird oft als “New York des Südens” bezeichnet und ist mit seinem fünf Millionen Einwohner sogar größer als Berlin. Die 5-stündige Autofahrt lohnte sich allein wegen dem Wetter schon. 25 Grad und Sonnenschein, und das Anfang März. Da “Coca-Cola” und der wohl berühmteste Nachrichtensender der Welt “CNN” in Atlanta zu Hause sind, hatten wir einige Ausflüge geplant. So ließen wir uns bei “CNN” hinter die Kulissen führen und im “Coca-Cola” Museum gab es dann 90 verschiedene “Coca-Cola” Produkte aus aller Welt zu verkosten.
In dem für die Olympischen Spiele 1996 angefertigten “Olympic -Park” ließ es sich gut entspannen und das tolle Wetter genießen. So kamen wir Sonntag nach unserem kleinen Road- Trip wieder in Nashville an, froh darüber dass alles wieder so klein und übersichtlich ist.
Die nächsten Wochen werden auf jeden Fall mindestens genauso aufregend wie die letzten Wochen. In ein paar Stunden landet nämlich das Flugzeug mit meiner Familie aus Magdeburg. Bis Donnerstag werden ich sie in Nashville rumführen und am Freitag fliegen wir 7 dann nach Miami. Dort geht es für neun Tage auf ein Kreuzfahrtschiff in die Karibik. Dann werde ich mir mit meiner Schwester ein Auto mieten und wir machen einen Road -Trip durch Florida zurück nach Nashville für eine Woche. Ich bin mir sicher, dass es genauso traumhaft wird wie es sich anhört.
Im April lass ich dann wieder von mir hören. Dann steht auch bald der Besuch von Georg von der Gablentz, dem Sprecher des Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrums, und der “Music City Marathon 2009″ an dem ich mit 25,000 anderen Läufern teilnehmen werde.
“Buh-Bye” aus Nashville,
Jonas.
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Published:
March 14, 2009
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