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7th Report by Victoria Weimann

Victoria Weimann auf Saint MaartenDie letzten Tage in Nashville sind angebrochen und so langsam heißt es Abschied nehmen von all den Freunden, Bekannten und Orten, die mir in den letzten neun Monaten sehr ans Herz gewachsen sind!

Aber zunächst einmal möchte auf die vergangenen vier Wochen zurückblicken. Ende April fand als Dankeschön für all die freiwilligen Helfer und Mitarbeiter eine Frühlingsfeier im „Siloam Family Health Center“ statt. Meine Chefin und ich hatten im Voraus die Briefe an potenzielle Sponsoren zur Finanzierung der Feier geschickt. Ich war wirklich beeindruckt, dass sich so viele Restaurants dazu bereit erklärt hatten, entweder einen Gutschein zu spenden oder (wie bereits im letzten Bericht erwähnt) jenes mexikanische Restaurant, gleich für das gesamte Catering aufzukommen. So wurde es eine gelungene Feier mit leckerem Essen und tollen Gewinnen- wie z.B. den Restaurantgutscheinen- in der Tombola.

Kaum eine Woche später wurden die US-Staaten Kentucky, Ohio und Tennessee von schwersten Unwettern und Tornados heimgesucht, welche zu Hochwassern und in einigen Gegenden letztendlich totaler Verwüstung führten. Während die deutschen Medien zunächst kaum Notiz davon nahmen, wurden die starken Regenfälle für viele Menschen hier in Nashville zur Katastrophe. Niemand hatte so wirklich mit solch einem Phänomen gerechnet, weder Meteorologen, noch die Bevölkerung. Wirbelstürme und Unwetter sind zu dieser Jahreszeit in den USA nichts Ungewöhnliches, aber in diesem Ausmaß trafen die Gewitter alle unvorbereitet. Besonders schlimm erwischte es den Stadtteil Bellevue und Siedlungsgebiete außerhalb Down Towns in Nashville. Fast in jedem Haus stand das Wasser bis zum ersten Stock und viele Autos wurden einfach weggespült. Wie sie den Schaden bezahlen sollen, wissen die Einwohner oft nicht, denn kaum einer hat eine Versicherung für Hochwasser abgeschlossen. Meine Gastfamilie war zum Glück kaum vom Wasser betroffen, da ihr Haus etwas erhöht liegt und keinen Keller hat. Doch auch mir blieb am letzten Aprilwochenende nichts anderes übrig als von Freitag bis Sonntag im Haus zu bleiben und den unaufhörlich strömenden Regen zu beobachten. In meinem ganzen Leben hatte ich vorher noch nie so viel Wasser vom Himmel fallen sehen.

Es hat mich hat wirklich geschockt zu sehen, dass es Naturgewalten gibt, gegen die der Mensch machtlos ist und es ist für mich immer noch fast unbeschreiblich, wenn ich daran zurückdenke, wie aus dem kleinen Bach, der gleich an unserem Haus entlang fließt, innerhalb von zwei Tagen ein reißender Fluss wurde, sodass die kleinen Straßen in unserer Siedlung gänzlich überflutet waren.

Selbst jetzt- einen Monat später sieht- man in der Innenstadt Nashvilles noch die Schäden des Wassers. Gut zu wissen ist allerdings, dass meine Heimatstadt Magdeburg den Opfern der Hochwasserkatastrophe beistehen möchte und unter anderem ein Spendenkonzert in der Johanniskirche organisiert hat. Den Betroffenen hilft jeder Cent! Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn Professor Diedrich, mein Ansprechpartner im Forschungslabor der Vanderbilt University, war ebenfalls in den letzten Wochen damit beschäftigt, sein Haus zu retten. Dadurch fiel natürlich meine Tätigkeit dort bis auf weiteres aus.

Trotz alledem sind meine Gasteltern und ich eine Woche nach der Katastrophe auf die kleine niederländisch- französische Karibikinsel Saint Maarten geflogen.

Gemeinsam haben wir eine großartige Woche bei- unübertrieben- traumhaft schönem Wetter verbracht. Da es sich mit meiner kleinen Gastschwester eher schwierig gestaltete, lange Ausflüge unternehmen, lagen wir die meiste Zeit am Strand oder sind im kristallklaren Wasser geschnorchelt, um die kunterbunt-leuchtenden Fische zu bestaunen

Eines meiner Highlights in diesem Urlaub war es, am Tag unserer Abfahrt um 4.30 Uhr am Morgen aufzustehen und mit meinem Gastvater den Sonnenaufgang zu beobachten. Ein großes Danke an meine Gastfamilie, dass sie mir so eine superschöne Woche geschenkt haben!

Einen Tag nach unserer Rückkehr in Nashville stand auch schon der Besuch meiner Eltern an. Um den Beiden in der kurzen Zeit, die sie hier verbracht haben, so viel wie möglich von meinem Leben zu zeigen, hatte ich mir bereits im Vorfeld einen groben Plan zurechtgelegt. So konnten sie alle meine Arbeitsstellen kennen lernen und sich mit der ehemaligen Gastfamilie meines Bruders- den Berries- treffen. Auch den Abend bei den Allens genossen sie, denn hier durften sie endlich mal mehr Deutsch als Englisch sprechen. Noch Touristenattraktionen zu finden, gestaltete sich etwas schwieriger. Vor vier Jahren waren meine Eltern schon einmal in Nashville gewesen um meinen Bruder während seines Highschool- Jahres zu besuchen. Den „Love Circle“, von dem aus man ganz Nashville überblicken kann, den Zoo und das Bluebirdcafé hatten sie jedoch noch nicht gesehen. Ebenfalls auf dem Wochenplan stand ein Tagesausflug nach Chattanooga, wo wir uns eines der größten Süßwasseraquarien der Welt und einen historischen Bahnhof mit alten Personenwaggons, der in einen Hotelkomplex umgewandelt wurde, angeschaut haben.

So ist mein letzter Monat in der Music City wie im Fluge vergangen.

Ich habe in Nashville tolle neun Monate verbracht, in denen ich so viele neue Erfahrungen und Eindrücke gesammelt habe, dass ich sie nie in einem einzelnen Bericht zusammen fassen könnte. Ich konnte der amerikanischen Kultur nähern kommen und muss das deutsche Vorurteil negieren, dass alle Amerikaner unzuverlässig seien.

All die unvergesslichen Momente wären ohne eine Reihe von Leuten überhaupt nicht möglich gewesen und so möchte ich zunächst dem Deutsch- Amerikanischem Dialogzentrum danken. Seit 2004 wird stetig an einer Aufrechterhaltung und Intensivierung der Beziehungen zwischen Magdeburg und Nashville gearbeitet. Ich werde in jedem Fall ein Stückchen Nashville und Amerika mit nach Hause bringen und weitergeben. Vielen Dank auch an Douglas Berry, den ehemaligen Vorsitzenden von „Sister Cities“. Durch sein starkes Engagement vor Ort und sein andauerndes Interesse an Magdeburg und Deutschland ermöglicht er jedes Jahr aufs Neue den Freiwilligendienst in seiner Stadt. Genauso wie Burkley Allen, die mir besonders in meiner Anfangszeit stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Ohne sie hätte ich niemals so viele spannende Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden. Ich konnte sie bei Problemen, wie z. B. mit meinem Auto, immer anrufen.

Das größte Dankeschön von allen aber schulde ich wohl meiner wundervollen Gastfamilie, den Kans. Für alle, die jemals die Erfahrung gemacht haben, in einer Gastfamilie zu leben, ist sicher nachvollziehbar, wie schwer selbige einem das Leben machen kann, wenn die „Chemie nicht stimmt“ und wie absolut glücklich ich mich schätzen kann, dass bei mir das Gegenteil der Fall war. David und Dana waren immer für mich da, egal ob sie alles stehen und liegen ließen, um mich nach einer Panne mit meinem Wagen von der Straße aufzulesen oder mich auch mal tröstend in den Arm genommen haben, wenn ich einen schlechten Tag hatte. Sie haben sich während der letzten neun Monate stets darum bemüht, mir eine unvergessliche Zeit zu schenken und das ist ihnen mehr als gelungen! Ich werde nicht nur David und Dana, sondern auch meine kleine Gastschwester Kelly sehr vermissen und hoffe, die drei bzw. bald vier- in naher Zukunft- in Deutschland begrüßen zu dürfen. Zum Schluss möchte ich noch meinen Eltern für ihre großartige Unterstützung danken. Ihre regelmäßigen Sendungen mit Schokolade und Gummibärchen aus Deutschland haben mir an so manchem Tag sehr geholfen. :)

Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen in Nashville!

Bye, bye

Victoria

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Victoria Weimann auf Saint Maarten
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Victoria Weimann in Miami
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Christoph Franke, Victoria Weimann und Laura Vibrans in Nashville

Tags:

Victoria Weimann

Published:

June 07, 2010

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There is 1 comment for this post.

  1. Hallo, Vici
    super Artikel, schöne Fotos. Das hast Du wirklich klasse gemacht.
    Für Dich alles Gute und beste Studienerfolge.
    Liebe Grüße senden Detlef und Walle

    Comment by Giele, Detlef und Waltraud
    Friday February 25th, 2011 @ 11:07 PM

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