Sister Cities News
7th Report by Jonas Tonn
Wir schreiben nun schon Februar 2009 und ich berichte mal wieder aus unserer Partnerstadt Nashville.
Die letzten Wochen verliefen ziemlich turbulent. Neben meinem Geburtstag Anfang Februar und dem Beginn meines Praktikums in der medizinischen Fakultät der Vanderbilt Universität, musste ich mich vor drei Wochen auch noch einer Weisheitszahn-Operation unterziehen. Dieser ungewollte Einblick in das doch sehr unterschiedliche amerikanische Gesundheitswesen zwang mich dann erstmal zu einer einwöchigen Pause. Im Endeffekt war aber alles halb so schlimm und ich stand nach ein paar Tagen wieder auf den Beinen.
In der Zwischenzeit verbrachte mein Chef von der medizinischen Forschungsabteilung Professor Dr. Andre Diedrich einen Urlaub in Magdeburg, wo er nicht nur auf den Sprecher des Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrums, Georg von der Gablentz, traf, sondern auch bei meiner Familie auf einen Kaffee vorbeischaute.
Eine Städtepartnerschaft muss sich also nicht nur auf politischer Ebene abspielen, sie lebt meiner Meinung nach vor allen Dingen durch solche persönlichen Begegnungen.
Bei meinem Praktikum auf der Forschungsstation habe ich mich mittlerweile schon gut zurecht gefunden und die ersten Hürden genommen. Mit den Angestellten der Abteilung habe ich mich vertraut gemacht und mit eigenem Namensschild und Kittel fühlt man sich auch gleich viel professioneller. Professor Diedrich legt großen Wert darauf, dass ich viel aus diesem Praktikum mitnehme und auch selbst aktiv werde. So nehme ich an medizinischen Vorlesungs -und Diskussionsrunden teil, habe Zutritt zur biomedizinischen Bibliothek und kriege nach jeder Studie auch kleinere Hausaufgaben zum Nachlesen. Auch wenn ich durch das zusätzliche Praktikum fast zwölf Stunden am Tag unterwegs bin, bereue ich es keinesfalls und bin Professor Diedrich sehr dankbar für dieses tolle und lehrreiche Praktikum.
Auch meine Arbeit im Martha O’ Bryan Center bereitet mir weiterhin viel Freude. Neben der Arbeit in der Food – Bank, wo wir weiterhin, durch die Wirtschaftskrise beeinflusst, sehr beschäftigt sind, ist das Arbeiten mit den Schulkindern im “Afterschool -Programm” alltäglich ein Erlebnis. Zur Zeit arbeite ich dort als zweiter Lehrer für die “Middle-School”. Mittlerweile habe ich es zur Routine gemacht jeden Donnerstag mit den Kindern Fußball zu spielen. Nachdem ich einigen Kindern in den ersten Wochen eher dazu zwingen musste, haben jetzt auch diese Kinder Gefallen am Spiel gefunden, was sehr erfreulich ist. Neben diesen kleinen Erfolgen ist es immer wieder schön eine Bestätigung von den Kindern für seine Arbeit zu kriegen. Zu meinem Geburtstag und zum Valentinstag bastelten die Kinder mir Karten und malten mir Bilder, was die Arbeit mit den Kindern von besonderer Art macht, gerade weil man so schnell persönliche Beziehungen aufbaut.
Zu meinem Geburtstag bekam ich dann Eishockey Tickets für ein Spiel der “Nashville Predators” geschenkt, das ich am selben Abend noch besuchte. Die “Preds” spielen in der besten Eishockey Liga der Welt, der NHL und spielen im “Sommet Center” mit 15.000 Zuschauerplätzen. Unglaublich wie schnell und brutal dieser Sport sein kann. Ein weiteres sportliches Highlight der letzten Wochen, welches ich besuchten durfte, war das College -Basketball Spiel zwischen der Vanderbilt University und der University of Tennessee. Beide Unis sind absolute Rivalen und dementsprechend aufgeheizt und spektakulär war die Stimmung, auch wenn Vanderbilt ziemlich deutlich verlor.
Die Amtseinführung des neuen US-Amerikanischen Präsidenten Barack Obama am 20.01.2009 liegt nun auch schon einige Wochen hinter uns. Ich verfolgte das Geschehen in der Sporthalle des “Martha O’ Bryan Center” mit Angestellten des Centers und Leuten aus der Nachbarschaft. Gerade für die vielen Afro -Amerikaner mit denen ich die symbolische Zeremonie verfolgte, war es ein sehr emotionales Erlebnis und selbst ich fühlte mich für ein paar Minuten amerikanisch. Ich denke jeder sollte sich spätestens jetzt bewusst sein, dass es nicht nur ein amerikanisches, sondern ein globales Ereignis von großer Bedeutung war.
Die nächsten Wochen werden hoffentlich genau so spannend, wie die knapp 6 1/2 Monate die ich schon hier bin. Zunächst einmal freue ich mich auf den Besuch meiner Familie Mitte März. Eine Woche werde ich ihnen Nashville zeigen, die darauffolgende Woche fliegen wir nach Miami, um für neun Tage auf ein Kreuzfahrtschiff in die Karibik zu steigen.
Grüsse nach Magdeburg,
Jonas
Media Center
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Published:
February 19, 2009
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