Sister Cities News
6th Report by Laura Vibrans
Seit mittlerweile 3 Tagen regnet und stürmt es jetzt schon ununterbrochen in Nashville. Viele Teile der Stadt stehen komplett unter Wasser und in den Nachrichten sieht man erschreckende Bilder, die mich sehr an die Flut in Magdeburg vor ein paar Jahren erinnern. Es wird allen Bewohnern der Stadt strengstens empfohlen, das Haus nicht zu verlassen. Ständige Tornadowarnungen machen die ganze Situation umso beängstigender. Es ist kein Ende in Sicht und so bleibt einem nichts anderes übrig, als zu warten.
Ich nutze jetzt die Gelegenheit dieses ruhigen, stressfreien Sonntages, um Ihnen wieder einmal von meinem Leben hier in Nashville zu berichten.
Im März habe ich die Springbreakferien in Boston verbracht. Die Stadt hat mir unheimlich gut gefallen, obwohl ich sie mir sehr viel größer vorgestellt hatte. Von allen amerikanischen Städten, die ich bis jetzt gesehen habe, ist sie wohl die untypischste von allen. Sie hat sehr viel Kultur und Geschichte zu bieten und vor Allem sehenswerte Architektur. Boston hat mich von Anfang an sehr wegen der vielen berühmten Universitäten gereizt. Die Besichtigung der Harvard Universität war deshalb definitiv eines der Highlights meines Aufenthaltes. Verglichen mit der Vanderbilt Universität kam mir der Harvard Campus relativ klein vor. Aber wie auch der Rest des Ortes Cambridge, in dem er sich befindet, besticht er vor allem mit sehr viel Charme.
Boston ist ohne Zweifel eine wunderschöne Studentenstadt mit einem tollen Hafen, sehr schönen Parks und der Möglichkeit, sich mit Hilfe der öffentlichen Verkehrsmittel fortzubewegen, was ich in Nashville immer sehr vermisse.
Allerdings habe ich seit kurzem ein tolles Fahrrad bekommen, das mir doch das Leben hier um einiges erleichtert hat und, das mich vor allem unabhängig macht. Auch, wenn es aufgrund fehlender Bürgersteige und Ampeln oftmals sehr gefährlich ist, macht es mir Spaß, hier Fahrrad zu fahren. Außerdem sind die Reaktionen der Menschen auf Fahrradfahrer hier sehr unterhaltsam und amüsant. Mir wird dann oftmals zugewunken oder ich werde von wildfremden Menschen bemitleidet, da das Fahrradfahren von den Menschen hier größtenteils zu vermeiden versucht wird.
Anfang April stand dann das Osterwochenende an. Ich habe Ostern größtenteils mit meiner „halbdeutschen“ Freundin und ihrer Familie verbracht, sodass sich mein Ostern an sich nicht sehr von dem Gewohnten unterschieden hat. Ich konnte mich mit der gesamten Familie auf Deutsch unterhalten und wir haben den Abend mit einer Tour durch alle Kunstgallerien in Downtown Nashville verbracht, was ich sehr genossen habe. Einmal im Monat werden die Türen der Gallerien dort geöffnet und jeder ist eingeladen, kostenlos von Gallerie zu Gallerie zu wandern und die Kunst zu genießen.
Für die Kinder gab es zu Ostern sehr viele sogenannte „Easteregg-Hunts“. Wir haben 13 unserer Kinder an einer dieser Veranstaltungen teilhaben lassen und es hat sehr viel Spaß gemacht die Kinder auf der Suche nach mit Schokolade gefüllten Ostereinern so glücklich zu sehen.
Im Allgemeinen hat sich die Stimmung bei Preston Taylor Ministries sehr zum Positiven entwickelt. Der normalerweise ständig präsente Sonnenschein, die Wärme und damit die Möglichkeit, Zeit im Freien zu verbringen macht die Kinder glücklich und erleichtert sie extrem. Man muss sich vorstellen, dass sie einen ganzen, sehr langen Winter in verqualmten, stickigen Häusern verbringen mussten.
Nach Wochenlangem Training, war es vor ein paar Tagen dann auch soweit. Es wurde zum großen, traditionellen „Capture The Flag“ Wettkampf aufgerufen. Es handelt sich um ein Mannschaftsspiel, bei dem die Spieler mit Wasser gefüllte Luftballons nutzen können, um die Gegner ins Aus zu befördern. Es war ein sehr lustiges und spannendes Event, mit Hilfe dessen Geld für das Sommerprogramm von PTM gesammelt wurde.
In einer Woche gibt es für mich eines der letzten Highlights hier in Nashville. Der Nashville Choir, indem ich seit kurzem mitwirke, wird in der großen Symphony Hall Nashvilles an einem Konzert mit dem Symphonieorchester mitwirken. Ich selber habe mir dort schon ein Konzert angehört und es ist eine einmalige, sehr aufregende Stimmung in diesem Gebäude. Ich freu mich also schon sehr darauf, dort nun selbst auf der Bühne stehen zu dürfen. Ich werde von dieser Erfahrung dann in meinem nächsten Artikel berichten.
Bis dahin hoffe ich auf besseres Wetter!!
Liebe Grüße
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Published:
May 07, 2010
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