Sister Cities News
6th Report by Jonas Tonn
Meine Zeit hier in Nashville vergeht wirklich wahnsinnig schnell, was mir bei jedem Bericht den ich schreibe deutlich wird.
Es ist wieder viel passiert in den letzten 5 Wochen, doch zunächst einmal frohes neues Jahr an alle Leser.
Wie im letzten Bericht schon angekündigt, verbrachte ich vom 06. bis zum 13. Dezember 9 wundervolle Tage in New York City. Eine Stadt die sich wahrscheinlich nicht in einem Satz beschreiben lässt. Ein multikulturelles Großstadtfeeling was ich so noch nie erlebt habe. Trotz kalten Temperaturen versuchte ich soviel wie möglich von der Stadt zu erkunden. Was mir auch ganz gut gelungen ist wenn man bedenkt, dass ich fast 400 Fotos gemacht habe. Highlights waren sicherlich die Aussicht vom Empire State Building bei Nacht, das Lichtermeer am Times Square und die Besichtigung der Freiheitsstatue bei strahlendem Sonnenschein. Im Endeffekt waren die 9 Tage viel zu kurz und man hätte sicherlich auch noch viel mehr sehen können, aber nach über einer Woche Manhattan war ich dann auch ziemlich ausgeschlaucht und freute mich auf mein kleines, gemütliches Nashville. Zurück im Martha O’ Bryan Center wurde ich dann erstmal von den Kindern beschuldigt, warum um alles in der Welt ich sie denn eine Woche alleine gelassen habe. Was mir wieder einmal zeigte wie nah ich den Kindern mittlerweile schon bin. Die letzte Woche vor Weihnachten waren dann verschiedene Partys und Events angesagt.Santa Claus kam zu den Kindern und bescherte sie mit Süßigkeiten, das Martha O’ Bryan Center stellte Geschenke für die Familie der Kinder zur Verfügung, die wir dann zusammen in Geschenkpapier einwickelten und die “Tennessee Titans”(das Footballteam aus Nashville) waren zu Besuch und verschenkten Schuhe und Winterkleidung an die Kids. Von der Großzügigkeit und sozialen Unterstützung durch diese verschiedenen Projekte war ich schon sehr beeindruckt.
Um endgültig in Weihnachtsstimmung zu kommen fuhren meine Gastfamilie und Ich ein paar Tage vor Weihnachten in das Opryland Hotel, das größte Hotel in den USA außerhalb von Las Vegas. Ein riesiger Glaskomplex, der von November bis Januar mit Millionen von Lichterketten für die Weihnachtszeit dekoriert wird und so etliche Touristen anzieht. Soviel Kitsch und Luxus auf einmal habe ich noch nie gesehen. Eine absolute Reizüberflutung, die für viele Amerikaner aber einfach zu Weihnachten dazu gehört. Was man schon an den Hausdekorationen für Weihnachten erkennen kann. Es scheint so als wollte jeder seinen Nachbar im “Lichterschlangenkampf” besiegen. So war ich dann nach einem gemütlichen Christmas Eve Dinner auch mehr oder weniger froh, dass Weihnachten vorbei war.
Der Jahreswechsel verlief ähnlich entspannt. Wir feierten bei einer Freundin in einem Appartement in Downtown mit einem perfekten Blick über Nashville, was auch ohne Feuerwerk sehr schön war.
Um den Weihnachtsspeck an den Leibe zu rücken meldete ich mich spontan für den “Music City Marathon” im April in Nashville an. Einer der größten Marathons des Landes mit fast 25,000 Teilnehmern und mehreren Bands, die an der Laufstrecke spielen. Dass die 26.2 Meilen kein Zuckerschlecken werden, wird mir beim Lauftraining oft klar. Dennoch freu ich mich auf die Herausforderung und meinen ersten Marathon.
Der Einstieg ins neue Jahr verlief dann auch gleich ideal, als mir Andre Diedrich, der Magdeburger Medizin Professor an der Vanderbilt Universität, mitteilte dass ich mein Praktikum im Forschungsinstitut des Medical Center der Uni beginnen kann. Dort werde ich dann früh Morgens, bevor ich meinen Zivildienst im Martha O’ Bryan Center ableiste, arbeiten. Eine unglaublich tolle Erfahrung in diesem progressiven und modernen Krankenhaus arbeiten zu dürfen. Die medizinische Fakultät gehört zu einen der besten des Landes und die Forschungsabteilung kooperiert sogar mit der NASA.
Mein Arbeitsalltag dort kommt ziemlich nahe an den eines Medizinstudenten ran. Ich habe Zutritt zur Medizin-Bibliothek, kann bei Experimenten hospitieren und am Computer mitarbeiten und diese dann im Nachhinein mit den Professoren auswerten. Für diese tolle Erfahrung möchte ich an dieser Stelle Prof. Andre Diedrich noch einmal herzlichst danken.
Neben meinen Praktikumsbeginn wartete dann diese Woche noch ein anderes Highlight auf mich. Dr. Klaus Scharioth, der Deutsche Botschafter in den USA hielt am Freitag(9.1.09) eine Vorlesung an der Vanderbilt Universität zu dem Thema: “The Transatlantic Agenda: A German Perspective”. Ein beeindruckender Vortrag eines sehr bodenständigen und ehrlichen Diplomaten dessen Familie aus Magdeburg stammt. Er besuchte die Landeshauptstadt auf Einladung des Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrums erst kürzlich im März letzten Jahres. Nach einem Small -Talk und dem obligatorischen Foto mussten wir den Botschafter aber auch schon wieder verabschieden. Immerhin habe ich wieder eine Politikerhand mehr geschüttelt und wieder einmal festgestellt wie klein die Welt doch sein kann.
In diesem Sinne sende ich beste Grüsse in meine Heimatstadt und wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr 2009!
Jonas
Media Center
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Published:
January 12, 2009
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