Sister Cities News
3rd Report by Laura Vibrans
Hallo und Merry Christmas aus Nashville!
Weihachten steht vor der Tür und ich kann kaum fassen, wie schnell die Zeit hier in Nashville vergeht.
Die letzten Wochen waren sehr aufregend und prall gefüllt mit vielen sehr „amerikanischen“ -interessanten Erlebnissen.
Noch vor Halloween ging es für mehrere Tage im Rahmen eines Missiontrips nach Memphis, eine vor allem historisch sehr interessante Stadt. Unter Anderem habe ich dort das „National Civil Rights Museum“, in dem Martin Luther King zu Tode kam und das „Stax Museum of American Soul Music“ besucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass vor allem die Fakten um Martin Luther King in unserem Schulstoff leider nur sehr lückenhaft behandelt werden.
Sehr interessant war auch das Sunstudio, in dem nicht nur Johnny Cash, sondern auch Elvis Presley entdeckt worden und ihre ersten Platten aufgenommen haben. Memphis hat, genau wie Nashville, eine große Anzahl an sehr armen Stadtvierteln mit sehr vielen, hilfebedürftigen Menschen. Auch dort gibt es glücklicherweise Organisationen, die sich dieser Menschen annehmen und versuchen, so weit es geht zu helfen und die Lebenssituation zu verbessern. Wir halfen der Organisation MIFA, indem wir Essen auslieferten und Lagerbestände neu organisierten. Besonders interessant war ein Abendessen für Obdachlose, welches einmal pro Woche von der Kirche, in der wir übernachten durften, organisiert wird. Hier halfen wir, die über 100 Obdachlosen mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen.
Halloween war dann das Nächste Ereignis hier in Nashville. Ich habe diesen Tag bei der Familie Allen verbracht, die mir dann die im Dekorieren engagierteste Nachbarschaft gezeigt hat. Dort wimmelte es nur so von verkleideten Gestalten, die von Haus zu Haus gingen, um mit dem traditionellen „trick or treat“ so viele Süßigkeiten wie möglich zu ergattern.
Das für Amerikaner sehr wichtige Thanksgiving habe ich, wie im letzten Bericht schon angekündigt in Florida verbracht. Meine Freundin Jesse, eine Vanderbiltstudentin, die im Rahmen eines Praktikums ebenfalls bei PTM arbeitet, hat mich mit in ihre Heimat genommen. Der Temperaturumschwung war etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich habe die 10 Tage, die ich in Orlando verbracht habe, sehr genossen. Es waren durchschnittlich ca. 25 Grad und somit konnten wir sogar an den Strand gehen.
Das eigentliche Thanksgiving scheint in vielen amerikanischen Familien sehr ähnlich auszusehen. Es wird sehr viel gekocht und gebacken. Typisch sind hierbei entweder Turkey oder Schinken, Süßkartoffeln und Kürbiskuchen. Wir haben also fast 2 komplette Tage damit verbracht, das sehr aufwendige Thanksgivingdinner vorzubereiten.
Begleitet wird dies von unzähligen Footballspielen, die vor allem von den männlichen Familienmitgliedern mit großer Begeisterung verfolgt werden. Traditionellerweise kommt in amerikanischen Familien zu Thanksgiving die komplette Familie zusammen und feiert gemeinsam.
Neben meiner Reise nach Florida, hatte ich im letzten Monat auch die Möglichkeit, ein Wochenende in Atlanta zu verbringen. Dort habe ich sehr interessante Museen und die CNN Studios besichtigt. Die Stadt gefiel mir sehr gut, aber ich muss sagen, dass mir persönlich Nashville viel besser gefällt. Es ist interessant zu sehen, dass Nashville mittlerweile mein Zuhause geworden ist. Das merke ich immer wieder, wenn ich aus anderen Städten dann wieder zurückkomme. Es ist tatsächlich das Gefühl, wieder in die Heimat zu kommen.
Seit einiger Zeit habe ich jetzt neben der Arbeit bei Preston Taylor Ministries noch einen weiteren Job.
Ich arbeite im Kinderkrankenhaus der Vanderbilt Universität im Forschungszentrum. Es handelt sich um eine Studie im Bereich der Psychologie, die sich seit vielen Jahren mit chronischen Abdominalschmerzen bei Kindern beschäftigt. Das Forschungsteam um Prof. Dr. Lynn Walker hat mich dort sehr freundlich aufgenommen. Die Studie ist sehr komplex und besteht aus vielen einzelnen Interviews und Tests mit sowohl Kindern, als auch erwachsenen Patienten. Während die Patienten in verschiedene- Stress erzeugende Situationen versetzt werden, wird der Blutdruck, die Herzfrequenz und die Menge an Flüssigkeit, die über die Haut abgegeben wird, gemessen. Außerdem gibt es ein sehr umfangreiches Interview und einen Test, der die Schmerzempfindlichkeit der Patienten ermittelt. Alle ermittelten Daten werden dann später in ein Computersystem eingetragen.
Ich werde in fast allen Arbeitsbereichen trainiert und erhalte somit einen sehr umfangreichen Eindruck von dem Prinzip und den angewandten Methoden im Bereich der Forschung. Es ist sehr interessant zu sehen, wie extrem wichtig und unumgänglich das präzise und professionelle Arbeiten in diesem Bereich ist. Durch die große Verantwortung, die das Arbeiten in diesem Forschungsteam mit sich bringt, lerne ich täglich, wie ich meine Arbeitsweisen optimieren kann.
Ich bin sehr dankbar, diese einmalige Möglichkeit erhalten zu haben.
Die Arbeit bei Preston Taylor Ministries ist im Moment ebenfalls besonders spannend, da wir jetzt im Advent das sogenannte „Angel Tree Programm“ haben. Hierbei handelt es sich um eine Aktion, bei der wir Sponsoren gebeten haben, für alle unsere Kinder Weihnachtsgeschenke und sogenannte „Familybaskets“ mit Geschenken für die ganze Familie zu finanzieren. Tatsächlich haben wir für ca. 150 Kinder sehr viele wunderbare Geschenke bekommen, die wir dann gemeinsam mit den Sponsoren den Kindern übergeben haben. Teilweise ist es sehr schwer den Sponsoren die Situation unserer Kinder zu erklären. Oft wird bei dem Liefern der Geschenke darauf bestanden, dass die Kinder diese sofort öffnen, um die Reaktion zu sehen. Wir versuchen dann zu erklären, dass die gesponserten Geschenke für fast alle unserer Kinder, die Einzigen Geschenke sein werden, die sie zu Weihnachten bekommen. Und wir hoffen dann, dass die Sponsoren ihre eigene Bestätigung in den Hintergrund stellen können und den Kindern ihr Geschenk bis zum eigentlichen Weihnachtsfest lassen. Allein das Leuchten in den Augen der Kinder, müsste eigentlich Bestätigung genug sein.
Leider kennen die Kinder weder Weihnachtstraditionen, noch die Bedeutung und Geschichte des Festes. Bei Preston Taylor Ministries haben wir also versucht, dies so weit dies möglich ist, nachzuholen. Sei es mit dem täglichen Singen von traditionellen Weihnachtsliedern, wie „Stille Nacht“, oder dem Lesen und interpretieren der Weihnachtsgeschichte.
Die Stimmung war hierbei immer ganz besonders und sehr schön, denn die Kinder waren sehr engagiert und haben es sehr genossen. In der nächsten Woche bekommen sie noch die Möglichkeit, Geschenke für Freunde und Verwandte zu erhalten. Jedes Kind darf sich hierbei 3 Dinge aussuchen und diese dann weihnachtlich einpacken.
Dinge, die für uns so selbstverständlich sind, sind für diese Kinder nur durch Preston Taylor Ministries und die vielen Sponsoren möglich.
Die Arbeit hier in Nashville verändert und beeinflusst meine Sicht auf viele Dinge sehr extrem. Dieser Perspektivenwechsel zeigt mir vor allem in der Weihnachtszeit, was ich für wunderbare Möglichkeiten habe und vor Allem, dass dies nicht selbstverständlich ist.
In diesem Sinne, wünsche ich allen Lesern frohe Weihnachten!!
Laura Vibans
Media Center:
Published:
December 18, 2009
Comment
Your comment
Sister Cities News
- Inaugural Visit of Prof. Dr. Wolfgang Renzsch in Nashville
- 8th Report by Christoph Franke
- 7th Report by Laura Vibrans
- 7th Report by Victoria Weimann
- 7th Report by Christoph Franke