Sister Cities News
3rd Report by Christoph Franke
Nach fünf weiteren Wochen in Übersee, ist es wieder an der Zeit meine Erlebnisse kundzutun.
Ich hätte es nach dem schwül-heißen Sommer (mit dem süditalienischen Sommer vergleichbar), dem milden, fast warmen Herbst nicht gedacht, aber in Nashville ist der Winter eingekehrt. Tagsüber kann man an milden Tagen noch mit einem Pullover auskommen, doch abends ist eine dicke Winterjacke Pflicht. Da ich diese Kälte so nicht erwartet habe, versuche ich mich mit der „Zwiebeltaktik“ warm zu halten. Was soviel heißt wie, so viele Kleidungsschichten wie möglich zu tragen.
Leider haben die Bäume all ihre Blätter verloren, was die Stadt trist aussehen lässt. Doch die sonst so grüne Stadt passt sich halt nur den Jahreszeiten an.
Vor etwas mehr als einem Monat war Halloween. Wie sicher jeder weiß, sind die Amerikaner verrückt danach ihr Haus zu dekorieren, sich zu verkleiden und je nach Alter Süßigkeiten zu verteilen oder einzusammeln. Mich hat das Halloweenfieber auch gepackt. Als Oma verkleidet habe ich erst den Trick or Treadern die Tür geöffnet, dann ging es mit Victoria auf eine typisch amerikanische Halloween Party. Ausnahmslos jeder war verkleidet, von Hexe, über Honigwabe, bis hin zur Slotmaschine.
Dann am sechzehnten November war nicht nur mein, sondern auch Bucks, großer Tag. Es ist schon unglaublich, dass ausgerechnet mein Gastbruder und ich am selben Tag Geburtstag haben. Schon am Abend zuvor führten meine Gasteltern Ken und Katy Buck und mich zum Essen aus. Ich hatte die besten Rippchen meines Lebens. Und das Beste alles umsonst, weil wir „so lange“ auf unser Essen warten mussten. Danach haben Buck, seine Freundin und ich im kleinen Kreis in „unseren Geburtstag“ hinein gefeiert. Pünktlich um zwölf gratulierten wir uns dann gegenseitig.
Am Morgen danach, die ersehnten Glückwünsche von meiner Familie und meinen Freunden. Ich hatte mir den halben Tag frei genommen, damit Vici und ich shoppen gehen konnten. Die Einkaufszentren hier lassen unser Allee Center winzig erscheinen. Die Dimensionen wieder typisch amerikanisch. Nach unserer Shoppingtour habe ich mit meiner Gastfamilie zu Abend gegessen. Nicht zu viel, weil ein Freund mich zum Sushi eingeladen hatte. Danach ließen wir zusammen mit anderen Freunden den Tag bei einer Partie Dart ausklingen.
Eine Woche später gab es dann prominenten Besuch im Martha O Bryan Center. Vier Footballspieler von den „Tennessee Titans“ kamen vorbei, um den Menschen im Projekt eine Freude zu machen. David Thornten spendete 120 Truthähne plus alles was zu einem traditionellen Thanksgivingdinner dazu gehört. Wie ich finde eine unglaublich nette Geste, obwohl Vorbereitung, Einpacken und Aufräumen an uns hängen blieben. Ich habe mich mit einem anderen Spieler, der gerade erst seinen Vertag unterschrieben hatte, ausführlich unterhalten können und schnell gemerkt, dass er ein netter Typ ohne Anzeichen von Starallüren war. Im Allgemeinen war es sehr beeindruckend, wie sich die „Stars“ mit den Menschen unterhielten und sich geduldig zeigten, was Autogramme und Fotos anging. Es war ein schöner Abend mit vielen Unterschriften und lachenden Gesichtern.
Zwei Tage später dann das Highlight: Thanksgiving. In den Vereinigten Staaten ist Thanksgiving ein staatlicher Feiertag, aber auch das wichtigste Familienfest im Jahr. Da die Familien oft über alle Landesteile verstreut leben, trifft man sich zu einem großen Festmahl. Im Großen und Ganzen charakterisiert den Festtag, dass Familien zusammen kommen und essen bis der Knopf von der Hose springt. So war es auch bei mir. Da meine Gastmutter über die Feiertage nach Paris zu meiner Gastschwester geflogen ist und uns damit im Männerhaushalt die Köchin fehlte, verbrachten wir den Tag bei Freunden der Familie. Das ganze Haus war voller Menschen und wo man nur hinblickte gab es Essen. Natürlich degustierte ich alles was auf dem Tisch stand. Summa Summarum kam ich auf drei Portionen und vier Stücken Kuchen. Als ich mich am nächsten Tag auf die Waage stellte, sprang ich gleich wieder herunter. Ich hatte drei Pfund zugenommen.
Thanksgiving, so erklärte man mir, ist der Startschuss für die Weihnachtzeit. Die Menschen fangen jetzt an, ihre Häuser aufwendigst zu dekorieren. Gestern war Nikolaus, aber da dieser Feiertag in Amerika gänzlich unbekannt ist, blieben meine Schuhe leer. Stattdessen kauften meine Gasteltern und ich unseren Weihnachtbaum und brachten 14 Kisten voller Weihnachtsschmuck nach oben…
Das soll es erstmal wieder gewesen sein.
Adventliche Grüße aus dem knitterkalten Nashville sendet
Christoph
Media Center:
Published:
December 10, 2009
Comment
Your comment
Sister Cities News
- Inaugural Visit of Prof. Dr. Wolfgang Renzsch in Nashville
- 8th Report by Christoph Franke
- 7th Report by Laura Vibrans
- 7th Report by Victoria Weimann
- 7th Report by Christoph Franke