Sister Cities News
10th Report by Jonas Tonn
Über 10 Monate bin ich mittlerweile in Nashville und es hat lange gedauer t bis ich das überhaupt realisiert habe. Zeit ist nach Einstein relativ. Aber dass dieses Jahr so relativ kurz war, überwältigt mich schon. So waren die letzten Wochen beispielgebender maßen kurz und erlebnisreich. Der “Country Music Marathon” am 25.04.2009 war sicherlich eines der Highlights meiner letzten Wochen. Ich war einer von 7,500 Marathonläufern, die sich vornahmen 26.2 Milen zu laufen.
Mit 32,500 Läufern(25,000 Halbmarathonläufer und 7,500 Marathonläufer) stellte die 10. Ausgabe des “Country Music Marathons“ einen Teilnehmerrekord auf. Aber auch die Zuschauerkulisse war grandios. Sonnenschein und ein strahlend blauer Himmel lockten geschätzte 100,000 Zuschauer an die Laufstrecke. Außerdem spielten etliche Bands entlang der Strecke, die zusammen mit den Zuschauern für eine einmalige Atmosphäre sorgten. Bei heißen und schwülen Wetter und einer anspruchsvollen, hügeligen Strecke war diese Unterstützung auch dringend notwendig. Denn mit jeder weiteren Mile, die ich lief sank meine Motivation und ich stellte mir immer öfter die Frage wieso ich das eigentlich mache. So war man kaum in der Lage die traumhafte Kulisse zu genießen. Die Strecke startete am Parthenon, erstreckte sich dann durch Downtown , Music City Row, Belmont Boulevard, German Town, East-Nashville und endete am LP-Field mit einem traumhaften Blick auf die Skyline von Nashville. Etwas länger als geplant, aber vollauf erleichtert und erschöpft lief ich nach 4:30 Stunden über die Ziellinie. Ein Marahton gehört wohl zu den Dingen, die man einfach selber erlebt haben muss und deshalb fällt es mir auch schwer das Gefühl zu beschreiben, als ich schlussendlich über die Ziellinie lief. Auf jeden fall wird es nicht mein letzter Marathon gewesen sein!
Vor 2 Wochen haben die Sommerferien angefangen und je näher die Kinder diesen kamen, desto unruhiger wurden es im “Martha O’Bryan Center”. So waren die letzten Wochen hauptsächlich von viel Arbeit mit den Kindern bestimmt. Wir unternahmen viele Ausflüge, unter anderem zu dem größten Aquarium in Tennessee, in Chattanooga und zu einem 3D Film im Kino. So anstrengend es manchmal war, ich habe mich dennoch jeden Tag auf die Arbeit mit den Kids gefreut, vielleicht auch weil mir langsam klar wurde, dass sich meine Zeit im Center so allmählich dem Ende zuneigt. Das wurde mir dann nochmal bewusst gemacht als mein deutscher Arbeitskollege Tim Mitte Mai seinen Heimweg antreten musste.
Bei all diesen Abschiedsgedanken, plante ich für die letzte Maiwoche noch einen angemessenen Abschiedsurlaub. Lea und Ich entschieden uns zusammen für 9 Tage nach San Francisco/Kalifornien zu fliegen. Eine Stadt so unterschiedlich zu allem was ich vorher in den USA gesehen habe, dass es mir zuerst schwer fiel zu begreifen, dass man sich immernoch im selben Land befindet. Alles in allem machte die Stadt einen sehr europäischen Eindruck auf mich. Bei kühlen Temperaturen, vielen öffentlichen Verkehrsmitteln und allgegenwärtigen deutschen Touristen fühlte man sich glatt wie zu Hause. San Francisco ist eine sehr multikulturelle und vielfältige Stadt. So ist das ur ursprüngliche Chinatown zentral in San Francisco gelegen und es ist beeindruckend zu sehen wie groß die chinesische Bevölkerung noch immer ist. Dieses internationale Flair bringt eine sehr liberale und aufgeschlossene Einstellung der Einwohner mit sich. So leben in San Francisco nicht nur viele homosexuelle, sondern auch viele Künstler und Intellektuelle, was die Stadt vor allem für junge Menschen interessant macht. Doch natürlich ließen wir uns die Touristenattraktionen nicht entgehen. So sahen wir unter anderem das ehemalige Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz, bestaunten die Golden Gate Bridge bei einer Segeltour zum Sonnenuntergang, fuhren mit den berühmten Cable Cars und besichtigten den Muir Woods National Park mit den berühmten Redwood Trees. Alles in allem war es ein wunderschöner Abschlussurlaub, der mir einen weiteren Einblick in die Vielfalt dieses Landes gab.
Nächste Woche steht dann das “Ice Cream Crankin” des Martha O’ Bryan Centers an. Ein in der ganzen stadtbekanntes Event, das dem Center als Spendensammler gilt und bei dem ich letztes Jahr schon anwesend war. Im nächsten Bericht dann mehr dazu und zu meinem Abschied in Nashville.
Bis dahin,
Grüße aus Nashville!
Jonas
Media Center
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Published:
June 09, 2009
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