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1st Report by Laura Vibrans

Laura Vibrans in NashvilleMein Name ist Laura Vibrans und seit mittlerweile einem Monat genieße ich jetzt ein sehr spannendes und aufregendes Leben in Nashville / TN -der Partnerstadt Magdeburgs.

Ich bin 18 Jahre alt und habe in diesem Sommer mein Abitur am Ökumenischen Domgymnasium in Magdeburg erhalten. Nun habe ich die einzigartige Möglichkeit, mein Soziales Jahr hier in Nashville zu gestalten und werde in regelmäßigen Abständen über meine Erlebnisse und Erfahrungen berichten.

Mein Flug war sehr chaotisch und kräfteraubend durch viele Verspätungen und dadurch sehr hektische Zwischenaufenthalte in Frankfurt und Chicago. In Nashville angekommen , war mein Gepäck leider unauffindbar, was aber Niemanden weiter überraschte. Wenige Stunden später wurde es dann zu meiner vorläufigen Unterkunft, dem Haus der Familie Allen gebracht. Von Burkley Allen und Doug Berry wurde ich sehr freundlich auf dem Flughafen in Nashville empfangen.

Die erste Zeit in Nashville wurde durch sehr viele neue, ungewohnte Eindrücke geprägt. Vom Geschmack des Wassers, über die Größe der Straßen und Autos, bis hin zur Mentalität der Menschen unterscheidet sich so ziemlich alles von der Kultur in Deutschland.

So musste ich mich erst an die extremen Temperaturunterschiede zwischen den klimatisierten Häusern und der unheimlich heißen und feuchten Luft im Freien gewöhnen. Zu meinem Erstaunen wurde immer wieder betont, dass es einen so milden Sommer wie in diesem Jahr selten gab.

Gleich zwei Tage nach meiner Ankunft begann dann die Arbeit bei Preston Taylor Ministries. Hierbei handelt es sich um eine karikative Einrichtung, die sich den Kindern aus der sozial schwachen Schicht widmet und versucht, mit den verschiedensten Methoden neue Perspektiven und Möglichkeiten für eine Zukunft fernab von Drogen, Gewalt und Illegalität zu schaffen. Dabei sollen eigene Potenziale erkannt, genutzt und ausgebaut werden .

Zum Einen gibt hier das sogenannte „Lunchmate“-Programm, bei dem Freiwillige jeweils ein Kind in den Essenspausen der Schule begleiten, ihnen ihre Aufmerksamkeit schenken und einfach zuhören. Diese Art von Zuwendung ist für die Kinder sehr wichtig, da sie oftmals im Elternhaus ausbleibt. Sie wird von ihnen mit großer Dankbarkeit angenommen.
Das sogenannte Afterschoolprogramm, in dem auch ich arbeite ist das Hauptprogramm von PTM. Hier wird ein Platz geschaffen, an dem sich Kinder zwischen 5 und 11 Jahren nach der Schule aufhalten – und ihre Zeit sinnvoll nutzen können. Das Austoben auf dem Spielplatz und ein kleiner Snack sollen die Aufnahmefähigkeit der Kinder am Anfang des Programms optimieren. Dann folgen Unterrichtseinheiten in Mathematik und Schreiben bzw. Lesen, was für viele der Kinder immer wieder eine Herausforderung ist, der sie sich ohne dieses Programm sicher nicht jeden Tag stellen würden.

Es folgen dann noch Hausaufgabenbetreuung und eine kleine Andacht, bevor die Kinder den Heimweg antreten.
Aufgrund der großen Nachfrage unter den größtenteils afroamerikanischen Kindern wurde in diesem Jahr eine neue Abteilung geschaffen, in der ein ähnliches Programm angewendet wird.

Mein Aufgabenbereich beinhaltet hauptsächlich die Vorbereitung und die Organisation der Aufgabenverteilung unter den vielen Freiwilligen, die dort täglich arbeiten. Die Bereitwilligkeit zur Hilfe vieler Menschen hier, bewundere sich sehr. Ohne sie, wäre die Durchführung dieses so wichtigen Programms nicht möglich. Hausaufgabenbetreuung und das Unterrichten gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben, was dann auch für mich oft eine großer Herausforderung ist, da die Kinder durch ihren extremen Akzent schwer zu verstehen sind. Das Aufbauen eines Verhältnisses zwischen Vertrauen und Respekt ist hier sehr wichtig, um optimale Ergebnisse für die Kinder zu schaffen. Die Arbeit im PTM ist sehr klar strukturiert und die Kinder müssen sehr viel Disziplin an den Tag legen, um allen Regeln gerecht zu werden. Im Moment fällt ihnen das noch etwas schwer, da das neue Jahr ja grad erst begonnen hat.

Das Arbeitsklima im PTM ist sehr angenehm, da die Kinder uns allen immer wieder sehr viel Dankbarkeit entgegenbringen. Es macht einfach glücklich und motiviert ungemein, wenn man einem 4 jährigen Kind mit immer tief trauriger Miene am Ende des Tages dann doch ein Lächeln entlocken kann.

Neben meiner Arbeit bei PTM habe ich sehr viele andere interessante Dinge erlebt. Die Familie Allen hat mich gleich an meinem ersten Wochenende zu einem Ausflug an einen See eingeladen, wo ich dann Wasserski -fahren gelernt habe.

Für mich persönlich ist die Stadt Nashville, die auch den Namen Music-City trägt, vor allem durch die Vielfalt an kulturellen Angeboten sehr interessant. So kam ich gleich in der ersten Woche in den Genuss eines Shakespeare-Festivals mitten in Nashville. Dort traf ich dann endlich auf Jugendliche in meinem Alter mit offensichtlich ähnlichen Interessen. Durch die ungemeine Offenheit der Menschen hier kam ich dort auch sofort mit Jugendlichen ins Gespräch. Mich beeindruckt immer wieder das Interesse an Deutschland und auch an der deutschen Geschichte. Viele Menschen waren schon in Deutschland und präsentieren einem voller Stolz alle deutschen Vokabeln, die sie beherrschen.

Große Bewunderung wird einem entgegengebracht, wenn man berichtet, dass man mit 18 Jahren für ein Jahr hier in Nashville bleibt.

Leider ist nur selten bekannt, dass eine Partnerschaft zwischen Magdeburg und Nashville besteht. Ich sehe das jetzt also als meine Aufgabe an, dies populärer zu machen.;)

Auch die sehr professionellen und aufwendigen Theaterproduktionen an den Schulen, haben mich sehr beeindruckt.
Musik und Kunst aller Art ist in Nashville tatsächlich allgegenwertig. Immer wieder trifft man auf sehr junge, talentierte Musiker, die sich genau aus diesem Grund in Nashville sehr wohl fühlen. Hier kann man seine Kreativität ausleben und ich genieße es sehr, den verschiedensten Künstlern dabei zuzusehen bzw. zuzuhören.
Zu meinem Bedauern verließen meine ersten Bekanntschaften schon nach wenigen Tagen die Stadt, um zum College zu gehen. Doch immerhin blieben mir nach einigen Begegnungen und dem ein oder anderen Kaffee, diverse Servietten mit unheimlich nützlichen Tipps rund um das Leben in Nashville, von denen ich täglich zehre.;)
Da es in Nashville 2 sehr gute Universitäten gibt, ist die Stadt seit dem Anfang des neuen Semesters voll von Studenten.

Mit einer der vielen Studentengemeinschaften und dem wöchentlichen Jazzdance-Unterricht habe ich auch an der Vanderbilt Universität meinen Platz gefunden und sehr interessante Menschen kennen gelernt.

Zum Saisonauftakt gab es auch gleich ein Footballspiel der Collegemanschaft, welches ich mir mit Christoph Franke und Viktoria Weimann zusammen ansah. Die Stimmung im Stadium war überwältigend, auch wenn das Spiel an sich durch die Länge von 3 Stunden etwas langweilig war. Diese Spiele versetzen hier die gesamte Jugend in einen Ausnahmezustand. Schon vor dem Spiel wird gefeiert, es gibt traditionell Burger und die Studenten bemalen sich am gesamten Körper mit den Farben der Studentengruppe, der sie angehören. Die Euphorie hat mich sehr an die Stimmung in Deutschland zur Zeit der Fußballweltmeisterschaft erinnert.

Nicht nur die Universitäten, sondern auch die Kirchen sind Orte, an denen man sehr viele Menschen aus allen Altersgruppen treffen kann. In Nashville gibt es ca. 500 verschiedene Kirchengemeinden.

Ich habe in der Kirchengemeinde meiner Gastfamilie schnell Anschluss gefunden und nehme dort an verschiedenen Jugendgruppen teil und singe im Chor, was mir sehr viel Spaß bereitet.

Ich hoffe es ist mir gelungen, Ihnen einen ersten Eindruck von meinem Leben in Nashville zu verschaffen.
Ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal bei dem Dialogzentrum und ganz besonders bei Georg von der Gablentz für diese wunderbare Möglichkeit bedanken.

Liebe Grüße
Laura Vibrans

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Forschungszentrum im Kinderkrankenhaus der Vanderbilt Universität
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Kleine Staffelübergabe am 7.8.09 im Stadtpark mit Laura Vibrans und Lea Grupe (v.l.n.r.) (Foto: Georg von der Gablentz)
Christoph Franke und Laura Vibrans (Photos: Georg von der Gablentz)
Christoph Franke und Laura Vibrans (Photos: Georg von der Gablentz)
Viktoria Weimann und Laura Vibrans in Memphis

Tags:

Laura Vibrans, Preston Taylor Ministries

Published:

September 24, 2009

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