Bob Bogen in Magdeburg
Bob Bogen ist einer der "geistigen Väter" der Städtepartnerschaft Magdeburg - Nashville
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Bericht von Bob Bogen: Reise nach Berlin
Die Einladung zu einer Reise nach Berlin mit politisch interessierten Bürgern Magdeburgs hat mich selbstverständlich erfreut. Als gewähltes Mitglied des Stadtrates von Nashville/ Tennessee, USA, war ich selbst politisch aktiv.
Darüber hinaus erforderte meine Laufbahn als Geschäftsführer eines Verbandes von 4000 Lehrern öffentlicher Schulen ein hohes Maß an Zusammenarbeit mit Politikern auf lokaler, Landes- und nationaler Ebene.
Meine Lobbyarbeit richtete sich darauf, den Grad der Finanzierung für das öffentliche Schulsystem in Nashville, mit seinen 70.000 Schülern, zu erhöhen. Unsere lokale Organisation beschäftigte sich mit diesen Fragen natürlich auch auf Landes- und nationaler Ebene.
Als ich gefragt wurde beim Vorstand des Nashviller Sister-Cities-Programms mitzuwirken, nutzte ich meine ehrenamtliche Position im Stadtrat intensiver um, genau wie in Magdeburg, die Verabschiedung des Beschlusses vorzubereiten, einzubringen und zu unterstützen und unsere zwei Städte in einer Partnerschaft offiziell zu vereinen.
Ich traf verschiedene Regierungsmitglieder seit ich Magdeburg vor einigen Jahren das erste Mal besuchte. Einige der Leute die ich sehr gern in Magdeburg sehe sind Willi Polte, der zum Zeitpunkt meines ersten Besuches Bürgermeister war, und die Stadtratsmitglieder Olaf Czogalla und Falko Balzer, welcher jetzt als Präsident des Stadtrates tätig ist. Später hatte ich das Vergnügen Dr. Uwe Küster bei verschiedenen Veranstaltungen in Magdeburg zu treffen. Ich nahm ihn als aktive Führungspersönlichkeit wahr, die sehr scharfsinnig und angesehen ist. Sein Büroleiter im Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrum half mir sehr mich mit wichtigen Personen in Magdeburgs Regierung und Wirtschaft bekannt zu machen.
Georg von der Gablentz und sein Assistent Christian Hausmann halfen mir sehr seit ich am 27. September 2004 hier ankam. Dank der Hilfe all dieser großartigen Menschen kann ich sicher dazu beitragen, unserem Partnerstadtvorstand Doug Berry beim Aufbau einer stärkeren, effektiveren Verbindung zwischen unseren beiden Städten zu helfen. Für mich ist es eine großartige Möglichkeit meinen Ruhestand zu einer bereichernden Erfahrung zu machen.
Als ich in den Bus für unseren Ausflug nach Berlin stieg, begrüßte mich Georg. Er platzierte mich neben sich, um mir auf dem Hin- und Rückweg die Umgebung einiges zu erklären. Da sein Englisch so gut ist, war er in der Lage mir das Programm verständlich zu machen, was auch nötig war, da mein Deutsch sehr begrenzt und, wie man mir sagte, stark akzentgefärbt ist.
Selbst dann war ich mir der Bedeutung der Touren die wir während unseres zweitägigen Aufenthaltes in der Stadt machen sollten, nicht voll bewusst. Obwohl ich in Magdeburg einen "Deutsch als Fremdsprache" Kurs besuche, um meine Sprachkenntnisse zu vertiefen, kam es mir beim Verstehen der Hintergründe unserer verschiedenen Besuche sehr entgegen, dass die Leute im Bus etwas englisch sprachen. Ihre Erklärungen halfen mir sehr.
Die Ausstellung die wir in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand sahen, interessierte mich sehr. Georg zeigte mir ein Bild seines Großvaters, welcher an den Bemühungen beteiligt war Hitler und die Nationalsozialisten zu stürzen. Obwohl ihre Bemühungen scheiterten, zeugten ihr Mut und ihre Bereitschaft, ihr Leben zu opfern, von der Stärke und Entschlossenheit derer, welche sich zu Recht Hitler und seiner nationalsozialistischen Partei widersetzten. Um es kurz zu machen, es war eine aufschlussreiche Erfahrung für mich als Amerikaner, welcher solche Dinge nur aus der Ferne als Teenager bei der US Kriegsmarine kannte.
Wir besuchten auch die Friedrich-Ebert-Stiftung, welche sich für Gleichberechtigung auf internationaler Ebene einsetzt. Dieses Thema hat im Amerika des 20. Jahrhunderts große Fortschritte gemacht.
Auf dem Weg zu den beeindruckendsten Regierungsgebäuden, hielten wir an einer Moschee an, wo gerade das Abendgebet stattfand. So etwas erlebte ich zu ersten Mal, da es meines Wissens in Nashville keine Moscheen gibt.
Einer der Höhepunkte unseres Aufenthaltes in Berlin war mit Sicherheit der Besuch des Reichstags, in dem ein hohes Maß an Sicherheitspersonal präsent war. Der Bundestag tagte und wir hatten die Möglichkeit Dr. Küster in Aktion zu erleben
Später kam er um unsere 50-köpfige Delegation aus Magdeburg zu treffen. Er erwähnte netterweise, dass ich am Tag vor unserer Abreise nach Berlin meinen 78. Geburtstag beging. Ich erhielt ein schönes, gebundenes Buch mit 238 Seiten, das vor bunten Bildern des "Fünfzehnten Deutschen Bundestages" nur so strotzte. Weiterhin schrieb er eine mir eine persönliche Geburtstagswidmung, was ich sehr schätzte.
Darüber hinaus hatten wir die Ehre eine Rede von dem Parteivorsitzenden der SPD Franz Müntefering zu hören. Er war sehr beeindruckend als er die Fragen von einigen Mitgliedern unserer Gruppe beantwortete. Trotz meiner begrenzten Deutschkenntnisse hatte ich das Gefühl er hatte einen guten Überblick über die angesprochenen Themen.
Alles in allem, würde ich sagen, dass der Höhepunkt meines Aufenthaltes in Magdeburg der Ausflug nach Berlin war. Es war eine großartige Erfahrung! Es war eine Ehre und ein Privileg an einem so gut organisierten und informativen Programm teilzunehmen. Ich möchte allen die diesen Ausflug organisierten und so effektiv daran teilnahmen ein großes Lob aussprechen.
Bob Bogen
Nashville/TN (November 2004)





