Lea Grupe in Nashville
Lea Grupe beginnt Ende August 2008 ihr Soziales Jahr in Nashville im "Preston Taylor Ministries (PTM)"
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First report of my social year in Nashville (22.09.2008)
Mein Name ist Lea Grupe und ich wohne hier, in Nashville, bereits seit fast 4 Wochen. Ich hoffe, ich kann von einigen sehr interessanten Eindrücken und Erlebnissen in unserer schönen Partnerstadt berichten.
Ich habe die einmalige Chance bekommen, den Platz einer Neuerung im Sister City - Programm einzunehmen. Ich bin das erste Mädchen, dass die Möglichkeit hat, durch die Städtepartnerschaft und das Deutsch -Amerikanische-Dialogzentrum einen Aufenthalt in Form eines "Freien Sozialen Jahres" zu tätigen. Ich bin dafür sehr dankbar und genieße meine Zeit hier wirklich sehr.
Meine Arbeit gleicht der, der bisher fünf Zivildienstleistenden aus Magdeburg, allerdings arbeite ich in einer anderen Organisation, in West-Nashville. Ihr Name ist Preston Taylor Ministries, kurz "PTM", ebenfalls eine karikative Einrichtung (wie das Martha O'Bryan Center). Es macht mir großen Spaß. Ich lerne täglich neue Menschen kennen, hauptsächlich andere ehrenamtliche Helfer, wie ich. Die Kinder, mit denen ich arbeite, sind im Alter von 5 bis 11 (Vorschule bis 5.Klasse). Die Meisten sind Afroamerikaner. Sie kommen aus sozial schwachen und oftmals instabilen Familien, was mich am Anfang wirklich mitgenommen hat.
Preston Taylor Ministries entspricht einer Nachmittagsbetreuung ("afterschoolprogram") in Form von Hausaufgabenhilfe, Mathe- und Lesegruppen, sowie gemeinsamen Spielen, Snack und einer kurzen Andacht. Am Anfang war es nicht leicht die Namen der 60 Kinder zu behalten, doch inzwischen fällt mir das nicht mehr schwer und ich verbinde gemeinsame Erfahrungen sowie persönliche Beobachtungen mit ihnen, was die Betreuung und Zusammenarbeit um Einiges erleichtert. :)
Doch ich gehe jetzt vorerst zurück zu meinen ersten Tagen in dieser Stadt, als für mich noch alles "drunter und drüber" ging... Der Flug war lang, aber angenehm. Ich kam- überraschender Weise- schon eine Stunde eher an, da mein Flugzeug aus New York anscheinend Rückenwind hatte. Glücklicherweise hatte meine Hostmom, Burkley Allen, den Flug im Internet mitverfolgt und so wurde ich schon erwartet. Mein Empfangskommitee bestand aus Burkley, ihrem Sohn Newton und auch Jonas Tonn, welcher die vorherigen zwei Wochen mit dieser Familie verbracht hatte und, wie der Zufall es will, mit mir in Magdeburg an einer Schule war. Ich kannte Burkley schon eine Weile "per Mail", denn sie war es, die mir die Kontakte zu PTM verschafft hat und sich auch um alle übrigen Probleme sowie Fragen meinerseits gekümmert hat. Dementsprechend verlief die Begrüßung sehr herzlich und ich fühlte mich nicht so fremd in diesem Land, wie man es hätte annehmen können. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass auch Chan Sheppard, mein Chef bei Preston Taylor, auf dem Flughafen (und auf der Suche nach mir) war- sogar von der verfrühten Ankunft in Kenntnis gesetzt. Wir haben uns genau verpasst und so lernte ich ihn zwei Tage später kennen.
Eine meiner ersten Aktivitäten, neben einer Spazierfahrt durch Nashville und dem Besuch des bekannten Museums "Fist" aufgrund einer Tiffany-Lampen-Ausstellung, war Wasserski fahren. Das hatte ich noch nie zuvor gemacht und es stellte sich auch als ziemlich kompliziert heraus, sich den Kräften des Bootes anzuvertrauen und die Balance zu halten, besonders in den Kurven. Nebenbei, ist die Natur um Nashville überwältigend -wie zum Beispiel dieses Seengebiet, mit Wäldern umringt, in dem wir bei Sonnenuntergang mit dem Boot über das Wasser glitten ...
Die Temperaturen waren mir die ersten Wochen etwas zu heiß - um die 40°C und eine wirklich hohe Luftfeuchtigkeit dabei. So was ist man als Deutscher nicht gerade gewohnt. Man muss es wohl erst zu schätzen lernen - das sind eben die schönen Südstaaten. Der Aircoditioner gleicht auch Vieles aus. Hier gibt es wohl auch ein paar wirklich giftige Schlangen, sowie andere, für unser Land untypische, Tiere und die Vegetation ist zum Teil auch denkbar anders. So gibt es z.B. Gewächse mit fremdartigen, riesigen Blüten. Das alles fand ich wirklich sehr interessant.
Mein erstes Wochenende habe ich in Memphis verbracht, da meine Gastfamilie dort wegen einer Beerdigung hinmusste, was mir sehr leid tat. Aber auf diese Weise habe ich, sozusagen außerplanmäßig, den Mississippi, Elvis Heimatstadt oder auch Martin Luther Kings Sterbeort besucht. Das Civil Rights Museum hat mir viele Denkanstöße geliefert und ich fand den gesamten Trip sehr aufregend. Der Montag darauf war mein erster richtiger Arbeitstag. Ich war in der Woche davor bereits in den Räumlichkeiten von PTM um mit meinen Aufgaben und dem System dort vertraut gemacht zu werden, aber am 25. August kamen schließlich die Kinder und die haben mich die ersten Tage ganz schön im Atem gehalten. Mit der Sprache komme ich ganz gut zurecht, allerdings gab es schon ein paar Situationen, in denen die Kids es mir schwer gemacht haben, denn die Meisten wussten gar nicht, dass ich aus Deutschland bin, bzw. haben nicht verstanden, dass der Ortswechsel mit einem Sprachunterschied für mich einhergeht. So kam es zu ein paar lustigen Situationen, mit einer Art Rollentausch: Nicht ich habe den 6-Jährigen Wörter buchstabiert, wie sie es gewohnt sind, sondern umgekehrt. :) Ich habe die Kinder von Anfang an geliebt. Meine Aufgaben sind wirklich abwechslungsreich, das geht von Anrufbeantworten und Computerarbeit im Büro über Akten ablegen, sowie Namensschilder, Unterrichtsmaterialien und Snack vorbereiten über Aufräumarbeiten, Aufsicht der Kinder und Hausaufgabenbetreuung bis zum nach Hause bringen, der Schüler, die in unmittelbarer Nähe wohnen.
Morgen werde ich auf einen Waterrafting -Trip und Zelten gehen, mit einer Gruppe von Studenten, mit denen ich mich jeden Dienstag zum Lobpreis und gemeinsamen Abendessen treffe. Ich war mit ihnen auch schon "Lasertag" spielen, eine Art Sportspiel bei dem man ein Lasergewehr und eine Weste mit Sensoren bekommt und dann in einem abgedunkelten Raum mit Verstecken versucht einander zu treffen.
Meine Gastschwester Mary hat mich mit zu einem Frisbeespiel bei Nacht mitgenommen. Die Frisbee hat rot geleuchtet und die Regeln haben denen eines Footballgames geähnelt. Die zwei Mannschaften haben sich aus High School-Schülern aus ganz Nashville zusammengesetzt -und die Mitspieler ließen sich nur an ihren Knicklichtern um ihre Handgelenke erkennen. Bis ich den ganzen Sinn verstanden hatte, war das halbe Spiel rum, aber ich wurde trotzdem fleißig angespielt!
Was mich auch sehr beeindruckt hat, war ein Footballgame der Vanderbildt-University. Ich war mit im "Fanblock", mit den ganzen Studenten und die Kapelle, wie auch Cheerleader entsprachen klischeehaft dem Bild, dass man in amerikanischen Filmen vermittelt bekommt. Das Gefühl war extrem mitreißend und bald habe ich auch die Sprechchöre und Gesänge mitgebrüllt.
Mein Leben hier ist so verrückt und abwechslungsreich- es ist genial!
Ich denke, ich habe inzwischen einen ganz guten Alltag gefunden, obwohl ich fast jeden Tag neue Dinge erlebe. Ich fühle mich zu Hause und danke all den Menschen, die mir das möglich gemacht haben, besonders Georg von der Gablentz und Burkley Allen!!!
Das soll es erstmal gewesen sein. Es gibt noch so viel mehr zu berichten, aber das reicht vielleicht im Moment für einen ersten Eindruck.
Ich sende ganz, ganz, ganz liebe Grüße über den großen Teich!
Bis bald!
Lea








