Sister Cities News
9. Bericht von Jonas Tonn
Ich finde mal wieder Zeit für einen neuen Bericht nach den aufregenden letzten vier Wochen. So aufregend, dass ich mich fast nach einem Urlaub nach dem Urlaub sehne.
Am 14. März landete meine Familie in Nashville. Meine Gastfamilie und ich machten uns auf den Weg zum Flughafen um sie dort zu empfangen. Es war schön alle wieder zu sehen und da wir mit 7 Leuten eine große Truppe waren hatte ich mir die Tage vorher schon einen kleinen Plan für unsere Woche in Nashville gemacht.
Neben den Touristenattraktionen wie der “Grand Ole Opry”, den Country-Clubs in Downtown und dem Parthenon, versuchte ich meiner Familie vor allem die Orte und Menschen zu zeigen die mir hier in Nashville so wichtig sind, um ihnen einen echten Einblick in mein Leben in Nashville zu geben.
So waren wir gleich Sonntagabend bei Doug Berry zum “German Dinner” eingeladen. Auch Lea und ihre Gastfamilie, die Allens, waren da und somit wurde, ganz zum Vergnügen meiner Familie, mehr Deutsch als Englisch gesprochen So viel Deutschland und vor allem Magdeburg hatten sie so fernab von zu Hause nicht erwartet. Diese Selbstverständlichkeit im Umgang mit Leuten aus der Partnerstadt ist für mich nur eine der vielen Beweise wie gut diese Städtepartnerschaft funktioniert. In den nächsten Tagen trafen wir uns dann mit den Exil -Magdeburgern Prof. Dr. Andre Diedrich und Ruth Smith. Gerade der Besuch bei Ruth war sehr rührend und ihr war anzumerken wie sehr sie sich über den Magdeburger Besuch freute. Im Herzen ist und bleibt sie halt Magdeburgerin.
Auch mit meinen Arbeitsplätzen machte ich meine Familie vertraut. So führte ich sie auf dem Gelände der Vanderbilt Universität herum und nahm sie auch mit in das “Martha O’ Bryan Center”. Vor allem die Kinder waren ganz aufgeregt und nahmen mir es gar nicht ab, dass meine Familie den ganzen Weg von Deutschland nach Nashville auf sich genommen hat. Von meiner Chefin Debbie Holley wurden wir ebenso nett willkommen geheißen, wie von all den anderen Mitarbeitern.
Nach dieser tollen Woche in Nashville machten wir uns dann auf nach Miami/Florida.
Nach knapp 90 Minuten Flug erwartete uns ein komplett unterschiedliches Klima und Vegetation und das alles in ein und demselben Land. Diese Unterschiede im eigenen Land ist für uns Europäer eher unbekannt, für die Amerikaner jedoch selbstverständlich. Einen Tag später legte dann unser Kreuzfahrtschiff die “Independence of the Seas” vom Hafen von Fort Lauderdale ab. Die “Independence of the Seas” ist eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt und beherbergt über 4.000 Passagiere auf 15 Decks.
Auf dem Schiff befinden sich etliche Unterhaltungsmöglichkeiten, neben Pools, Restaurants, einer Shoppingmeile, einem Basketballplatz, einem Kino, einem Theater, einem Surfsimulator, besitzt das Schiff sogar einen Eislaufring!
An diese Extreme musste man sich erstmal gewöhnen und so kam das Schiff schon einer kleinen Stadt gleich und man merkte kaum, dass man im selben Moment in der Ostkaribik herumschippert.
Wir machten 4 Landausflüge in San Juan/Puerto Rico, St. Thomas/Jungferninseln, St. Maarten und Labadee. Es hätte nicht schöner sein können und auch das Wetter machte uns keinen Strich durch die Rechnung.
So vergingen die 9 Tage natürlich viel zu schnell und ich musste mich dann auch schon von meiner Familie verabschieden die sich von Miami auf dem Heimweg machte. Meine Schwester und Ich hatten jedoch noch eine Woche Roadtrip in Florida vor uns. Sie verbrachte ein Highschool -Jahr in der Nähe von Orlando und wir hatten die Möglichkeit ihre ehemalige Gastfamilie und Freunde zu besuchen.
Wir unternahmen verschiedenste Ausflüge in der Nähe von Orlando und Tampa.
Aufregend war ein Boots-Ausflug auf einem kleinen Fluss in der Nähe von Tampa.
Uns wurde zwar erst gesagt, dass man unbekümmert im Fluss baden kann, nachdem wir aber die erste Wasserschlange gesehen hatten, überlegten wir uns es noch einmal anders.
Unglaublich wie viel Wildlife dort zu finden war. Wir sahen Alligatoren, Seekühe, Schildkröten, verschiedenste Fisch -und Vogelarten und die Vegetation erinnerte an einen Dschungel. Ich denke gerade abseits vom Touristentrubel lernt man fremde Gegenden am besten kennen, was uns größtenteils durch die Gastfamilie und Freunde meiner Schwester ermöglicht wurde. Es war ein tolles Gefühl durch einen fremden Staat in einem Mietwagen zu fahren und zu wissen, dass es dort Leute gibt, die sich freuen dich zu sehen und dich ganz selbstverständlich aufnehmen und beherbergen. Diese, meiner Meinung nach, amerikanische Mentalität, habe ich über die Zeit sehr zu schätzen gelernt.
Nach all dem Reisen war es dennoch schön zurück “nach Hause”, das heißt nach Nashville zu kommen. Gerade das Wiedersehen mit meiner Gastfamilie und den Kindern im “Martha O’Bryan Center” war sehr herzlich. Und kaum sieht man sich um, ist man schon wieder im Alltagsleben drin. Ein schöner Alltag.
Dennoch ein Alltag, der erstmal turbulent begann. Am Montag brannte es im Center!
Zwar war es nur ein kleines Feuer, was ziemlich schnell gelöscht wurde, trotzdem musste man die Kinder erstmal in Sicherheit bringen und sie beruhigen. Am Freitag gab es dann einen starken Tornado, der Nashville zwar knapp verpasste, aber nur 20 Meilen südlich 2 Leute tötete und etliche Häuser zerstörte.
Ich kann also nur hoffen, das jetzt bald etwas Ruhe einkehren wird.
Was aber eher nicht zu erwarten ist. Es läuft nämlich der Countdown für den “Music City Marathon” hier in Nashville, an dem ich teilnehmen werde. Ruhig wird es also nicht. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so!
Viele Grüße nach Magdeburg,
Jonas.
Mediathek
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Veröffentlicht:
29. April 2009
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