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6. Bericht von Victoria Weimann

Victoria Weimann in MiamiZurück von meinem Roadtrip in den Süden der USA gibt es viel zu berichten!

Nachdem meine Freundin am 1.April in Nashville eingetroffen war, konnten wir gemeinsam mit meiner Gastfamilie das Osterwochenende verbringen. Dabei musste ich feststellen, wie wenig sich deutsche und amerikanische Ostertraditionen voneinander unterscheiden. Am Samstag wurden Eier gefärbt und am Sonntag nach dem Ostergottesdienst kleine Geschenke gesucht. Der Rest des Tages wurde, wie alle anderen Festivitäten, mit einer
Menge Essen verbracht.

Mit immer noch gefülltem Magen starteten wir am Folgemorgen in Richtung Busstation.
Der berühmt berüchtigte Greyhound- Bus, welcher von einem Großteil der amerikanischen Mittel- und Oberschicht als minderwertiges Transportmittel angesehen wird, brachte uns auf erstaunlich ökonomisch, ökologisch und zeitlich effizientem Wege an unser erstes Reiseziel Atlanta. Atlanta hat als Hauptstadt des Südstaates Georgia einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, so dass ich auch bei meinem zweiten Besuch in der Metropole noch viel erleben konnte. Dieses Mal konnte ich die Studios des amerikanischen Fernsehsenders CNN bei einer einstündigen Tour von innen sehen, das Geburtshaus von Martin Luther King besichtigen und meinen persönlichen Höhepunkt „The World of Coca Cola“ besuchen. Es ist ein interaktives Museum, in welchem die Geschichte meines braunen Lieblingsgetränks, seine Popularität in der Welt und die verschiedenen Produkte des Konzerns gezeigt wurden.
Um auch die Kosten für die Unterkunft während unserer Reise möglichst gering zu halten, übernachteten meine beste Freundin und ich statt im Hilton bei völlig fremden Leuten auf der Couch. Über eine Internetseite „couchsurfing.com“ hatten wir Kontakt zu Studenten bzw. Menschen in unserem Alter hergestellt und konnten sowohl in Atlanta, als auch in Orlando kostenlos übernachten. Trotz der sicherlich berechtigen Zweifel an diesem Projekt lief alles glatt. Wir haben nette Leute kennen gelernt und den Ausblick vom Apartment unseres Gastgebers im 23. Stock auf das Downtown von Atlanta oder die ausgeliehen Räder in Orlando hätte wohl kein Hotel oder Hostel der Welt so bieten können.

Nach einem Tag in Atlanta dauerte es zehn Busstunden, um bis weiter nach Süden nach Florida zu gelangen. Da es dort in und um Orlando nur wenig mehr als die Themenparks von Disney und einige Seen gibt, verbrachten wir den ersten unserer zwei Tage mit einer 80km langen Radtour, die uns sowohl Muskelkater als auch einen heftigen Sonnenbrand einbrachte. Der nächste Tag begann früh am Morgen: um 7.30 Uhr Abfahrt zum Magic Kingdom, dem wohl bekanntesten von Walt Disneys Themenparks. Wo Andere sagenhafte 80$ Eintritt hinlegen müssen, bezahlten wir 0,00. Durch meine Arbeit als Freiwillige im Siloam Family Health Center konnten wir am Programm „Give a day, get a day“ teilnehmen und einen Tag kostenlos im Disneyland verbringen. Anderenfalls hätten wir uns sicherlich maßlos über die Menschenmassen und Anstehzeiten aufgeregt. Um eine Runde mit Spacemountain zu fliegen oder einen Schnappschuss mit Arielle der Meerjungfrau zu bekommen, bedurfte es schon einiger Geduld. So wunderte es uns dann auch nicht, dass wir nach dreizehn Stunden Aufenthalt im Park noch nicht alles gesehen hatten. Das dreißigminütige Feuerwerk über den Turmspitzen von Cinderellas Schloß bildete gegen 22 Uhr den Höhepunkt eines wirklich schönen Tages für alle großen und kleinen Fans von Mickey und Co.

Von Orlando aus brachte uns ein letztes Mal der Greyhound- Bus nach Miami, dem Endpunkt unserer Reise. Hier warteten sechs Tage Erholung auf uns. Unser Hostel in South Beach lag nur etwa 5 Minuten vom Strand entfernt und war nicht einmal morgens um fünf Uhr ruhig. Da die Temperaturen sich anders als in Atlanta und Orlando meist unter 80 Grad Fahrenheit befanden, haben wir nicht allzu viel Zeit im Sand liegend verbracht. Ein Tagesausflug brachte uns über unzählige Brücken nach Key West, dem südlichsten Punkt der USA. Von dort aus sind es lediglich noch 90km bis in die Karibik und nach Kuba. Ansonsten ist die kleine Inselgemeinde ein gemütlicher, von Palmen bestandener Ferienort. Eine weitere Attraktion im Süden Floridas sind die Everglades, ein Naturreservat, dessen Gewässer Alligatoren beherbergen. Als Tourist ist es möglich, eine Bootstour durch Teile des Reservates zu machen und die Tiere aus der Nähe zu beobachten. Selbiges haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
So sind die Tage in Miami schneller als gewollt vergangen und am 16. April kamen wir- diesmal auf dem Luftweg- zurück nach Nashville.

In Nashville ist für mich nun wieder der Arbeitsalltag eingekehrt.
Die Forschungsarbeit im Labor nimmt stets interessante Wendungen an. Zurzeit wird die Reizübertragung vom Ulnarnerv im Unterarm zu den einzelnen Fingern erforscht. Da dieses Gebiet noch ziemlich unangetastet ist, werden die Experimente noch nicht an Patienten durchgeführt, sondern die Forscher müssen selbst zu Testpersonen werden. Langfristiges Ziel könnte es sein, eine künstliche Hand nicht mehr mittels der Brustmuskeln steuern zu können, was gegenwärtig noch mit einen anstrengendem Umlernprozess für den Patienten verbunden ist, sondern die Enden des Ulnarnervs direkt in die Prothese einwachsen zu lassen.
Mich fasziniert es immer wieder, wie intensiv und präzise gearbeitet werden muss, um von kleinen Erkenntnissen zu bahnbrechenden Neuerungen zu gelangen.
Ich hoffe in meinen letzten Arbeitswochen noch einiges von dieser Studie mitnehmen zu können!

Man sieht, dass es in unserer Partnerstadt nie langweilig wird! Die nächsten Wochen werden sicher genauso spannend wie es die letzten bereits waren. Anfang Mai werde ich mit meinen Gasteltern in die Karibik, auf die Insel Saint Maarten fliegen. Kurz danach steht ein Besuch meiner Eltern an. Aber von alldem werde ich im nächsten, meinem letzten Bericht, erzählen!

Liebste Grüsse,
Victoria

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Victoria Weimann auf Saint Maarten
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Victoria Weimann in Miami
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Victoria Weimann und Laura Vibrans in Memphis
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Christoph Franke, Victoria Weimann und Laura Vibrans in Nashville

Schlagworte:

Victoria Weimann

Veröffentlicht:

28. April 2010

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