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6. Bericht von Christoph Pross

Christoph Pross in NashvilleEs ist Mitte März und ich bin schon 8 Monate in den USA. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Immer häufiger denke ich schon daran, dass ich im Juli nach Hause zurück kehren werde. Ich habe bereits eine leise Ahnung davon , dass ich vieles von meinem Leben hier in Nashville vermissen werde.

Im Martha O´Bryan Center beginnt die heiße Phase der Testvorbereitung. Schüler in Tennessee wie in den meisten anderen Bundesstaaten der USA schreiben in jeder Altersstufe am Ende des Schuljahres einen standardisierten Test, genannt TCAP.

Die Ergebnisse dieses Testes bestimmen, ob sie versetzt werden und sollen helfen, den Fortschritt jedes einzelnen Schülers festzustellen. Weiterhin bestimmt der Test, wie viel finanzielle Unterstützung eine Schule im nächsten Schuljahr vom Staat erhält. Wenn der Notendurchschnitt einer Schule unter eine bestimmte Grenze fällt, können die finanziellen Unterstützungen teilweise gestrichen werden. Das System wird als Anreiz für Schulen gesehen, ihr Leistungsniveau auf einem hohen Level zu halten.

Für die Kinder und Jugendlichen im Martha O´Bryan Center hat dieser test eine hohe Bedeutung. Es besteht ein reger Kontakt zwischen den betroffenen Schulen und dem Marta O´Bryan Center. Wir erhalten Informationen darüber, wo ein Schüler momentan Defizite hat. Durch spezielle Übungen versuchen wir diese Schwächen abzubauen. Diese Zeit ist sehr wichtig für unsere Kids, auch wenn sie selbst es manchmal nicht ganz einsehen wollen. Doch ich bin sehr zuversichtlich, dass sie gut abschneiden werden.

Neben dem Martha O´Bryan hat diesen Monat eine weitere Erfahrung mein Leben bestimmt. Ich hatte die Möglichkeit als Repräsentant des Martha O´Bryan Centers auf eine Missionsreise nach Guatemala zu gehen. Unser Ziel war Santiago Atitlan im Hochland von Guatemala, umgeben von vier Vulkanen und dem wunderschönen See Atitlan . Die Menschen dort leiden sehr unter den Folgen von Hurrikane Stan, der im Oktober vergangenen Jahres viel Schaden und Leid angerichtet hat. Zahlreiche Menschen verloren durch Schlammlawinen ihr Leben, ein großer Teil des Dorfes wurde zu einem Massengrab erklärt. Gleich nachdem die Medien von dem Unglück berichtet hatten, entschloss sich die presbyterianische Studentengemeinde der Vanderbilt Universität, die sich sehr im Martha O`Bryan Center engagiert, im Frühjahr 2006 nach Santiago Atitlan zu reisen und den Menschen zu helfen wieder einen Schritt zurück in ein normales Leben zu machen.

Anfangs plante die Organisation CEDEPCA, welche unseren Aufenthalt vorbereitet hat, unsere Gruppe beim Neubau eines zerstörten Krankenhauses einzusetzen. Es gab jedoch Schwierigkeiten bei der Grundstücksauswahl, so dass der Plan geändert werden musste und wir am Bau von Häusern für Familien mit behinderten Kindern arbeiteten. Während der gemeinsamen Arbeit mit den Bewohnern von Atitlan kam es zu vielen interessanten Gesprächen. Die Menschen sind zeitweise noch sehr niedergeschlagen und leiden unter den Auswirkungen des Unwetters im vergangenen Herbst. Wir versuchten ihnen Mut, Hoffnung und Zuversicht zu geben, sprachen Ihnen unsere Bewunderung für ihre Heimat und ihren Durchsetzungswillen aus.

Nach der Arbeit spielten wir mit ihren Kindern, die uns wiederum mit ihrer Fröhlichkeit angesichts der teilweise erdrückenden Lebensumstände überraschten und uns die notwendige Kraft für die Arbeit am nächsten Morgen gaben. Hoffnung und die daraus resultierende Kraft sind ein Geschenk Gottes und Gott war schon am Werk bevor wir in Santiago Atitlan ankamen. Unsere Zeit war begrenzt, doch haben wir und die Bewohner Santiago Atitlans viel voneinander erfahren und gelernt.

Ein weiterer Bestandteil unseres Aufenthaltes in Guatemala waren die pädagogischen Streifzüge durch Guatemalas Geschichte und das Leben und die Kultur der Maya. Wir haben mit Frauen gesprochen, die ihre Ehemänner im Bürgerkrieg(1982) verloren haben und uns von Unterdrückungen und Leid während des Bürgerkrieges berichtet haben.

Im April wollen die sechs Familien, denen wir beim Bau der Häuser geholfen haben, einziehen. Ende April beginnt die Regenzeit in diesem Teil Guatemalas und deshalb ist es sehr wichtig, dass die neuen Heime bis dann bewohnbar sind. Beim Abschied hat mir Savier, Vater einer der Familien für die die Häuser bestimmt sind und gleichzeitig Vorarbeiter, gesagt, dass sie ohne uns den Termin nicht geschafft hätten. Sie waren sehr dankbar und wir waren glücklich helfen zu können.

Den Kindern im Martha O’Bryan Center habe ich bereits von meinen Begegnungen in Mittelamerika berichtet. Ich denke es ist sehr wichtig, dass wir alle immer wieder voneinander erfahren und uns gemeinsam dafür einsetzen, dass die Welt eine gerechtere Welt für alle wird.

Mediathek

Laryhsa( 7), hinten, Fantashia( 9) und Mr. Christoph an einem heißen Sommertag in den James A.Cayce Homes in Nashville
Drei Mädchen aus dem Martha O´Brian Center und Mr. Christoph kurz vor seiner Abreise
Christoph und sein Team nach einem Fußballspiel
Bob Bogen, Doug Berry und Christoph, als er während des Oktoberfestes in Nashville über Magdeburg und Deutschland berichtet hat
Christoph während seines Praktikums im Congress der Vereinigten Staaten vor dem Weißen Haus
Christoph Pross in Nashville
Christoph Pross in Nashville
Mayor Bill Purcell, Bob Bogen and Christoph, als er auf einer Veranstaltung über die Städtepartnerschaft, seine Arbeit in Nashville und Magdeburg spricht
Marsha Edwards, Präsident des Martha O'Bryan Centers, Georg von der Gablentz, Representative Jim Cooper und Christoph mit Kinder im Martha O'Bryan Center
Chancellor Gordon Gee von der Vanderbilt Universität in Nashville, Georg von der Gablentz, Sprecher des Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrum und Christoph
Tony Hall, Direktor der Jugendabteilung des Martha O'Bryan Centers, als er Vollständigkeit während eines Ausfluges kontolliert
Robert(9), LeTroy(13) und Mr. Christoph in einem Freibad während des Sommerprogramms
Christoph in Guatemala
Christoph Pross mit Dr. Uwe Küster und Bob Bogen vor seiner Abreise nach Nashville
American Football mit den Tennessee Titans
Weihnachten in Nashville
Weihnachten in Nashville
Thanks to all of you for a wonderful year!
Kongressabgeordneter Jim Cooper, Georg von der Gablentz und Christoph Pross

Schlagworte:

Christoph Pross, Martha O’Bryan Center

Veröffentlicht:

14. März 2006

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