Sister Cities News
5. Bericht von Victoria Weimann
In Nashville ist der Frühling eingekehrt!
Trotz einiger unerwarteter Wetterumschläge während der letzten Wochen, die den Monat März in einen vorzeitigen April verwandelten, hat es sich mittlerweile „eingeheizt“ hier im Süden der USA und ich konnte Handschuhe und Mütze schon einmotten.
Weniger mild und angenehm gestaltete sich der letzte Monat hingegen in meinem Leben. Der plötzliche Tod meines Großvaters machte es unumgänglich, Magdeburg einen kurzen Besuch abzustatten. Deshalb gibt es nur bedingt Neues aus meinem beruflichen Umfeld zu berichten.
Die wöchentliche Deutschstunde mit Daniel macht mir immer noch sehr viel Spaß. Auch auf seiner Seite sind Interesse und Freude merklich gewachsen. Wir werden uns mit jedem Mal vertrauter und es fällt ihm leichter, sich die deutschen Begriffe einzuprägen. Bei unserem letzten Treffen konnten wir sogar schon Memory auf Deutsch spielen. Für Daniels Vater notiere ich die neu erlernten Wörter auf Karteikarten mit. So können die Beiden diese zu Hause noch einmal wiederholen. Das erleichtert ihnen hoffentlich das Einprägen ein wenig.
Für mein Praktikum im Medical Center der Vanderbilt Universität bringe ich jede Woche neues Interesse auf, was sicherlich auch der großen Unterstützung durch Professor Diedrich zuzuschreiben ist. Selbst wenn es ihm auf Grund einer Dienstreise oder anderer Verpflichtungen einmal nicht möglich ist da zu sein, hinterlässt er mir Aufgaben, die es mir ermöglichen, im Labor weiter zu arbeiten. Momentan unterstütze ich eine neue Studie damit, dass ich verschiedene Parameter von einem Untersuchungsgerät ablese und in eine Tabelle eintrage. Daraus erstellen wir dann gemeinsam wichtige Diagramme. Ich hoffe noch einiges vom Verlauf, der Studie miterleben zu können, bevor meine Zeit in unserer Partnerstadt zu Ende geht.
Im „Siloam Family Health Center“ haben wir uns in letzter Zeit- wie bereits im vorigen Bericht erwähnt- damit beschäftigt, Sponsoren für die dortige Frühlingsfeier zu finden. Auf unsere Anfragen haben wir viele Antwortbriefe erhalten und ein mexikanisches Restaurant bietet sogar an, das Catering für die Feier zu übernehmen. Wir erwarten noch mehr Rückmeldungen und können so sicher noch einige Spenden für die sozial- tätige Einrichtung erhalten.
Das vergangene Wochenende durfte ich mit meiner Gastfamilie in Atlanta verbringen. Von den US-Amerikanern selbst wird die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia auch als „Hotlanta“ bezeichnet, da es dort angeblich kaum regnet und während der Sommerzeit unerträglich schwül ist. Mich erwartete leider das genaue Gegenteil dieser Beschreibung: Es regnete beinahe ununterbrochen.
Wir ließen es uns dennoch nicht nehmen, in dem größten Aquarium der Welt Walhaie und im Zoo Pandabären zu bestaunen. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten Atlantas gehören der Centennial Olympic Park, der aus Anlass der Olympischen Spiele von 1996 gestaltet wurde. Die fünf olympischen Ringe wurden in Form eines Wasserspiels gestaltet, das zum Wahrzeichen des Parks geworden ist. Ebenso konnten wir uns dort die Original-Pferde aus der Budweiser Werbung anschauen. Da Budweiser DAS amerikanische Lieblingsbier ist und die Pferde normalerweise nicht in der Öffentlichkeit zu bewundern sind (zu einer Parade für den St. Patrick’s Day am 17.März angereist), waren besonders meine Gasteltern ziemlich aus dem Häuschen.
In die CNN- Studios schafften wir es leider nicht mehr, denn es waren schon alle Karten für den Tag ausverkauft. Dafür konnte ich sehr davon profitieren, dass meine Gasteltern selbst zehn Jahre ihres Lebens in Atlanta verbracht haben. Wir haben neben dem kulturellen auch noch einen kulinarischen Rundgang durch die Stadt gemacht und besonders die chinesischen Tapas in einem ihrer Lieblingsrestaurants haben es mir angetan.
Insgesamt wieder mal ein schöner Ausflug. Dennoch gibt es bekanntlich immer ein Aber und in diesem Fall bin ich froh, in diesem Jahr in der „Musiccity Tennessees“ zu leben, denn der Verkehr in Atlanta ist noch um einiges hektischer und chaotischer, als der in Nashville.
Und Nashville hat schließlich auch einiges zu bieten. So war ich beispielsweise in diesem Monat im örtlichen Kunstmuseum „Frist“. Eine kostenlose Ausstellung mit dem Titel „Masterpieces of European Painting“ stellte unter anderem viele Werke aus, die ich im Kunstunterricht behandelt hatte. Ich war mit einer Freundin dort, welche selbst Kunstgeschichte studiert und mir somit noch weitere Informationen zu den Bildern geben konnte, was sehr lehrreich war.
Für die verbleibene Zeit wartet eine Liste mit Dingen auf mich, die ich während meines Aufenthalts in den USA unbedingt noch erleben möchte. Viel Zeit bleibt mir bis Anfang Juni leider nicht mehr.
Ganz oben auf der Liste steht ein Trip nach Miami, den ich im April mit meiner besten Freundin aus Deutschland unternehmen werde!
Frühjahrsgrüße in die Heimat,
Victoria
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Veröffentlicht:
29. März 2010
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