Sister Cities News
1. Bericht von Beate Hörning
Nun bin ich schon anderthalb Wochen hier in Nashville (Jetlag ist laengst vorbei) und beginne mich langsam einzuleben. Von meiner Gastfamilie wurde ich ganz herzlich aufgenommen, und so fiel es mir nicht schwer, am vorletzten Montagmorgen – meinem ersten Praktikumstag – trotz des fehlenden Erholungstages (der Flug von Frankfurt hatte sich um 21! Stunden verspaetet) gleich in die Vollen zu starten.
Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich vor Betreten der Nashville Public Library ein wenig fuehlte wie ein Kind an seinem ersten Schultag. Die Aufregung legte sich schnell, als ich meine Praktikumsbetreuerin traf und sie mich zunaechst einmal durch das Haus fuehrte.
Ueberall freundliche Begruessung, kurze Gespraeche und reges Interesse an der Partnerstadt Magdeburg und natuerlich meiner Heimatbibliothek.
Die Nashviller sind zu Recht stolz auf ihre neue Bibliothek – das Gebäude, direkt im Herzen der Stadt, gibt es erst seit 3 Jahren. Hier stimmt einfach alles – von der Innenarchitektur bis zur Logistik.
Waehrend der ersten Tage, die ich in der Auskunftsabteilung verbrachte, hatte ich zunaechst noch Orientierungsschwierigkeiten. So viele verschiedene Lesesaele, Computerkabinette, Fahrstuehle. Nun klappt es (ich bin jetzt in der Erwerbungsabteilung) schon viel besser. Zumal mir meine Magnetkarte, die hier jeder Mitarbeiter um den Hals treagt, Zugang zu den Mitarbeiterraeumen und -Fahrstuehlen verschafft. Mich mit dieser Karte fuehle ich mich irgendwie dazugehoerig.
Jeden Mittwoch um 11 finden in dem wunderschoenen Innenhof (mit Springbrunnen – erinnert mich ein wenig an den der Berliner Staatsbibliothek) ein Open-Air-Konzert statt, zu dem jeder Benutzer oder Besucher Kind und Kegel und Lunchpakete mitbringen kann.
Waehrend der Mittagspause versuche ich, an jedem Tag ein anderes Stueck des nicht allzu grossen Stadtkernes zu erkunden. Hier sind die in Nashville existierenden Wolkenkratzer konzentriert, das Capitol des Staates Tennessee ist nicht weit, der Cumberland River, das FRIST Center for the Visual Arts (Kunstmuseum und -werkstatt in einem architektonisch sehr interessanten ehemaligen Postgebaeude). Doch dazu speater mal mehr.
Ansonsten ist Nashville eine sehr gruene Stadt. Die war der erste Eindruck aus der Luft vom Flugzeug aus, und der hat sich auch bestaetigt. Eine von mehreren Gemeinsamkeiten mit Magdeburg.
Als gestern nach der Arbeit wie immer um 5 zu meiner Bushaltestelle gehen wollte (zum Thema Nahverkehr werde ich mich spaeter mal aeussern), war die Strasse, in der sie sich befindet, komplett abgesperrt und voll mit Polizeiautos und Security. Aus dem Hotel in der selben Strasse sah ich ploetzlich John Kerry kommen!! Mein Fotoapparat war leider etwas zu langsam und John Kerry zu schnell. Aber alle Menschen auf der Strasse haben ihm zugejubelt und geklatscht.
Morgen, am Freitagabend wird es aufregend. Erst eine Woche “Mitglied” im “Trevecca Symphony Orchestra” (einem Laienorchester wie meine “Magdeburger Musikfreunde” in der Heimat) – und schon gleich ein Konzert. Es sind viele Filmmusiken dabei (z.B. “Lord of the Rings” – etwas voellig Neues fuer mich. So habe ich am letzten Wochenende Geige geuebt. Meine Gastfamilie hat es irgendwie tapfer ertragen.
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Schlagworte:
Beate Hörning, Nashville Public Library, Trevecca Symphony Orchestra
Veröffentlicht:
02. September 2004
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